Haarhof 4/4A

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Grund-Information
Palais Pallffy.jpg

Haarhof 4/4A

Aliasadressen =Haarhof 4/4A, =Wallnerstraße 6/6A
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 273, 274 | vor 1821: 284, 285, 286, 287, 288, 289 | vor 1795: 155, 156, 157, 158, 159, 160
Baujahr 1809-1813
Architekt Charles de Moreau


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das Palais Pálffy wurde von Johann Graf Pálffy von Erdöd beim französischen Architekten Pierre-Charles de Moreau 1809 in Auftrag gegeben. Das Palais wurde im Stil der französischen Villenarchitektur des Klassizismus mit 14-achsiger Fassade erbaut. Sehenswert sind die Lünettenreliefs an der Fassade.

Prunktreppe des Palais Palffy

Die Innenausstattung ist im Empirestil gehalten. Das Treppenhaus ist mit Statuen geschmückt, der Festsaal ist noch im Original aus der Bauzeit erhalten.

1892 wohnte in dem Palais Otto Fürst Bismarck während seinem letzten Wienaufenthalt.

Heute befindet sich das Palais Pálffy im Staatsbesitz. In ihm war das Österreichische Verwaltungsarchiv untergebracht, bis es nach Erdberg übersiedelte. Seither wird das Haus von anderen Bundesstellen genutzt, wie - seit 2007 - dem OSZE-Sekretariat.

Hier ist auch der Sitz der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft Adler.

Die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft Adler

Gegründet wurde die Gesellschaft 1870. Sie befasst sich mit Familien- und Wappenforschung. Für die Forschung steht eine Sammlung von rund 35.000 Büchern und andere umfangreiche Sammlungen (Wappen, 100.000 Todesanzeigen, 1 Million sonstige Hinweispapiere) zur Verfügung. [1]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Malers und Diplomaten Johann Rudolf Schmidt

Im 17. Jahrhundert besaß das Haus der Diplomat Johann Rudolf Schmidt von Schwarzenhorn (* 17. April 1590 Stein am Rhein, † 12. April 1667 ebenhier). Als junger Mann geriet Schmidt während einer Reise nach Italien (1610) in türkische Gefangenschaft. 14 Jahre später wurde er vom kaiserlichen Gesandten Johann Jakob Kurz von Senftenau losgekauft und - mit guten türkisch-Kenntnissen nach Wien gebracht. Nach einer Zeit als Dolmetsch für Türkisch am kaiserlichen Hof wurde er als kaiserlicher Resident nach Konstantinopel entsandt, wo er bis 1643 blieb. Ab 1651 widmete sich Schmidt - in seinem Haus in der Wallnerstraße - nur mehr seiner Kunst.

Schmidts Grabmal befindet sich auch heute noch in der Schottenkirche (Gruft).

Letztes Wohnhaus des Pädiaters Hermann Widerhofer

In dem Haus war auch der letzte Wohnsitz des Kinderarztes Hermann Widerhofer (* 24. März 1832 Weyer, † 28. Juli 1901 Bad Ischl). Gleich nach seinem Studium begann Widerhofer als Sekundararzt im St.-Anna-Kinderspital, in dem er 1863 zum Direktor ernannt wurde - er übte diese Funktion bis zu seinem Tod aus. Die fachlichen und persönlichen Eigenschaften Widerhofers verhalfen ihm dazu, dass er als Kinderarzt des Kaiserhauses berufen wurde und die Wiener Kinderheilkunde rascher universitäre Anerkennung fand, als die Deutsche.

Nach Widerhofer sind eine Gasse im 9. Bezirk (Widerhofergasse) und ein Platz (Widerhoferplatz) benannt. Seine Büste steht im Arkadenhof der Universität, eine weitere befindet sich in der Kinderspitalgasse 6.

Wohnhaus des Bürgermeisters Lucas Lausser

Zwischen 1575 und 1581 besaß das Haus Lucas Lausser (* ?, † 20. Mai 1609 Wien) Lausser war ein Tüchler, der sich zum Äußeren Rat, Stadtgerichtsbeisitzer und Stadtrichter schließlich zum Bürgermeister vorarbeitete. In dieser Funktion empfing er den aus Prag zurückkehrenden König Matthias vor dem Rotenturmtor.



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© Christiana Mazakarini

Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 17