Virgilkapelle

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Grund-Information
Virgilkapelle, Gewölbe.jpg

Virgilkapelle

Aliasadressen =Stephansplatz, unterirdisch
Konfession ehem. römisch-katholisch


Architektur und Geschichte

Treppenabgang

Die Virgilkapelle wurde 1973 im Zuge des U-Bahnbaues entdeckt und als Museum in die U-Bahn-Station Stephansplatz integriert. Seit Dezember 2015 ist die Kapelle für die Öffentlichkeit erschlossen - sie ist erstmals durch Treppen erreichbar. Ein kleiner Raum wurde als Museum eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail sind kleine Fundstücke ausgestellt, die Bezug zum mittelalterlichen Leben in Wien herstellen.

Die unterirdische Kapelle ist einer der besterhaltenen, jedenfalls der größte, gotischen Innenräume in Wien. Sie entstand wahrscheinlich um 1250 als "capella subterranea" der Magdalenenkapelle (der Grundriss dieses Kirchleins ist im Straßenpflaster des Stephansplatzes, mit weißen Steinen markiert, heute noch sichtbar) und ist bereits 1301 urkundlich erwähnt). Die Grundmauern, auf denen die gotische Kapelle errichtet wurden, sind jedoch bedeutend älter.

Ursprünglich war die Virgilkapelle möglicherweise als Begräbniskapelle gedacht. Einige Historiker entwickelten die Theorie, dass die letzten Babenberger hier den Heiligen Koloman (siehe auch Kolomanistein beim Stephansdom) von Krems nach Wien überstellen wollten, damit Wien eine Berechtigung für ein Bistum hätte. Ein möglicher Beweis dafür ist, dass Astronomen die Achse vermessen haben, sie weist genau auf den Punkt, an dem am 13.10. die Sonne aufgeht – dem Namenstag von Koloman. Die Theorie wird auch durch einen Brief an den damaligen Papst belegt. 1246 starb Friedrich der II. in der Schlacht an der Leitha, damit wurden scheinbar auch die Pläne niedergelegt.

Tatzenkreuz

Schon im 14. Jahrhundert verlor die Virgilkapelle diese Bestimmung und diente einer reichen Wiener Kaufmannsfamilie als Gruft. Anfang des 16. Jahrhunderts dürfte die Gottesleichnambruderschaft, auch Fronleichnambruderschaft, in der unterirdischen Kapelle ihre Treffen abgehalten habe. Für den Zeitraum 1504 bis 1530 ist ein Bruderschaftsbuch erhalten, das sich noch heute im Diözesanmuseum befindet. Es enthält 1.900 Eintragungen. Ebenfalls erhalten sind Rechnungsbücher der Vereinigung ab 1497.

Die Kapelle wurde mit byzantinisch beeinflussten Radkreuzen ausgemalt und mit einem Altar für den hl. Virgil ausgestattet. An der Wand ist das Tatzenkreuz – das Symbol der Tempelritter – zu sehen, weshalb immer wieder eine geheime Nutzung der Räumlichkeiten durch die Templer vermutet wird. Auch der noch teilweise enthaltene Kopf – die einzige figürliche Darstellung im Raum – lässt Spekulationen zu. Handelt es sich hier um das sprechende Haupt Baphomets (ein Teil des verschollenen Templerschatzes)?

Kraftort

Eröffnung der Kapelle, der kraftintensive Brunnen

Die Virgilkapelle gilt als einer der Akupunktur-Punkte bzw. eines der stärksten Kraftfelder der Erde – sie strahlt angeblich starke Kräfte aus, die am meisten in den Nischen zu spüren sein sollen. Ungewöhnlich ist auch der Umstand, dass der Raum bloß einen Lehmboden ohne Anzeichen von Pflasterung hat und dass es einen Brunnen ohne erkennbare Funktion gibt. Am mysteriösesten aber ist, wie man überhaupt in das Gebäude hineinkam – anscheinend nur durch eine Falltür in der Magdalenen-Kapelle, die oberhalb des Gewölbes auf dem Stephansplatz stand.

Öffnungszeiten des Museums und der Kapelle

Das kleine Museum

Das Museum hat Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Schließtage sind nur am 1. Jänner, am 1. Mai und am 25. Dezember.

Der Zugang erfolgt durch die U-Bahn Station "Stephansplatz". Von hier ist es auch durchgehend möglich, einen Blick in die Virgilkapelle durch ein großes Fenster zu werfen.

Erwachsene zahlen 5 € Eintritt, Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre haben sogar freien Eintritt.



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