Stephansdom: Stephansfreithof

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THEMA: DER STEPHANSFREITHOF was ist hier zu finden
Stephansfreithof.jpg
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Stephansfreithof 1255 – obwohl nachgewiesen werden konnte, dass bereits zahlreiche Friedhöfe in mehreren Schichten zuvor auf diesem Gelände waren.

Der Friedhof war nachts geschlossen, trotzdem drangen hier immer wieder „zwielichtige Gestalten“ ein, wie zB. die Würfelspieler (auch die Mönche vergnügten sich beim verbotenen Glücksspiel). Mehr zum Aussehen des Friedhofs und eine Legende ist auf dieser Seite zu finden.


Der Stephansfreithof

Der Friedhof auf dem Plan Steinhauses [1]

Der Name "Stephansfreitshof" scheint erstmals 1587 auf, zuvor (ab 1255) war er unter der Bezeichnung "Leichhof" zu finden. Er bestand aus mehreren Gräberfeldern, die durch Wege voneinander getrennt waren:

  • Fürstenbühel - verlief nördlich des Langhauses
  • Palmbühel - nördlich des Chors
  • Studentenbühel - auf Seite der Schulerstraße
  • Römerbühel - bei der Churhausgasse
  • Am Karner [2]

Man gelangte durch vier Tore auf das Friedhofsareal:

  • das Mesnertor (an das Bischofstor des Doms anstoßend, wahrscheinlich 1466 erbaut)
  • das Neithartstor
  • das Stephanstor und
  • das Schulertor, auch Leopoldstor (mit der Jahreszahl 1688).

Obwohl aus geruchstechnischen Gründen bereits 1530 durch Ferdinand I. verfügt wurde, dass hier keine Begräbnisse mehr stattfinden sollten, hielt sich wohl niemand daran. Schließlich wurden ab 1732 Beerdigungen auf dem Friedhof tatsächlich verboten, man beseitigte die Gräber, brachte jedoch bedeutungsvolle Grabsteine noch an der Fassade der Kirche an. Auch im Deutschordenshof, der Teil des Friedhofes war, sind noch Grabsteine in Mauern oder im Boden u finden. Ersatzweise errichtete man unterhalb des Doms "neue Grüfte", erst ab dem 19. Jahrhundert nannte man diese die "Katakomben", die heute noch besichtigbar sind.

Verschwundene Häuser rund um den Friedhof

Früher wurde der Friedhof durch eine Reihe von Häusern begrenzt, die zur Öffnung des Platzes um 1700 abgerissen wurden. Es handelte sich dabei um Folgende:

  • Mesnerhaus – Heim des Kirchendieners
  • Heilthumstuhl - von diesem Haus ging in Form eines großen Schwibbogens bis in die Brandstätte der Weg bis zum Riesentor. An Feiertagen wurden in Prozessionen die Heiligtümer bis zum Dom getragen weshalb das Haus Heilthumstuhl hieß.
  • Barleiherhaus – das Haus des Mannes, der Bahren für Begräbnisse verlieh.
  • Kirchenschließerhaus – hier wohnte der Inhaber des Kirchenschlüssels
  • Domkantorei

Dazwischen stand das Zinnertor.

Dem Bau des Churhauses fielen die Bürgerschule, ein Bürgerhaus und die Steinbauhütte zum Opfer – und damit auch das Räubergäßchen.

Legende vom Friedhof bei St. Stephan

Die Sage Die Legende vom Friedhof bei St. Stephan
Totenleuchte Stephansdom.jpg

In der Zeit, als hier noch ein Friedhof war, befanden sich hier auch Beinhäuser. In einem davon flammte das ewige Licht.

Einmal ging nachts der Mesner von St. Stephan mit einem Freund über den Friedhof, da blies der Wind seine Laterne aus. Der Mesner, der etwas über den Durst getrunken hatte, forderte seinen Freund auf, die Laterne an dem Ewigen Licht wieder anzuzünden, was dieser aber ablehnte. Daher ging der Mesner alleine zu dem Beinhaus, obwohl er dabei ein sehr ungutes Gefühl hatte. Aber um sich Mut zu machen, rief er laut: "Nun, ist kein guter Mann oder Freund da, der mir das Licht nachtragen kann, damit ich was sehe! Ihr braucht doch kein Licht mehr, da ihr doch alle längst schon schlaft!"

Als er nun seine Laterne anzünden wollte, flog ihm plötzlich etwas an die Brust wie ein Scheit Holz, aber schmal und weiß. Während er zum Schutze die Hand vorhielt, flog schon wieder ein Scheit her und so schnell, dass ihm schaurig zu Mute wurde und er schließlich gar nicht mehr wusste, wie lang dies dauerte. Da tönten zwölf Glockenschläge vom Turme herab und der Spuk war aus.

Der Mesner, der sich halbtot in das Freie schleppte, fiel draußen bewusstlos nieder. So fand man ihn, während das Beinhaus über und über mit Knochen bedeckt war. Der Mesner fiel in eine schwere Krankheit und starb bald darauf.



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Quellen

  1. https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Datei:Steinhausen_St_Stephan.jpg
  2. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S. 151 und S. 170