Stephansdom: Grabmal Kaiser Friedrichs III.

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Das Grab des Kaiser Friedrichs III.

Ein Denkmal in Form eines Grabes

Ein monumentales Grab im Apostelchor des Stephansdoms ist das des Kaisers Friedrich III.

Der Kaiser hatte bereits 30 Jahre vor seinem Tod das Grab in Auftrag gegeben und dafür den niederländischen Bildhauer Niclas Gerhaert van Leyden bestellt. Der Bildhauer begann 1468 mit der Arbeit, er formte die Deckplatte aus geflecktem Adneter Marmor mit der Abbildung des ruhenden Kaisers in einen reich bestickten Mantel gehüllt. Seltsam mutet allerdings an, dass der Kaiser mit offenen Augen hier liegt und das rechte Bein angehoben hält (es war früher als der Rest des Kaisers im Himmel, wie weiter unten nachgelesen werden kann).

1473 starb der Künstler, seine Arbeit wurde von Max Valmet übernommen, der sich an die Entwürfe seines Vorgängers bei der Gestaltung der Seitenreliefs hielt. Vollendet wurde das Hochgrab durch Michael Tichter, damit konnte es erst 1510, 17 Jahre nach dem Tod des Kaisers, an seinem heutigen Platz aufgestellt werden. [1]

Medizinische Komplikationen

Die Fußamputation des Kaisers Freidrich III., österreichischer Meister um 1493, Albertina
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Kaiser Friedrich III., dessen Spitzname "des Reiches Erzschlafmütze" war, starb bereits am 19. August 1493, wahrscheinlich an den Folgen einer Beinamputation. In der Albertina findet sich heute ein Dokument, dass diese Operation vom 8. Juni 1493 zeigt. Man sieht darauf sechs Mitglieder des Hofes (darunter die Wundärzte Pflundorffer von Landshut, Erhart von Graz und Friedrich von Olmütz), die den Kaiser stützen, während die besten Ärzte der damaligen Zeit, Hans Suff von Göppingen und Hilarius von Passau, den Fuß des Kaisers absägen. Der Kaiser hatte eine als "Brand" bezeichnete Krankheit, die dafür sorgte, dass das Bein bis zur Kniekehle schwarz geworden war, es dürfte sich dabei wahrscheinlich um Arteriosklerose ("Raucherbein") gehandelt haben. [2]

Wenige Wochen nach der Amputation starb der Kaiser trotzdem, angeblich, weil er zu viele unreife Melonen gegessen hatte.

Begräbnis des Kaisers

Nachdem der Kaiser in Linz gestorben war, wurden seine Eingeweide und sein Herz in der Linzer Stadtpfarrkirche beigesetzt. Der Leichnam selbst wurde nach Wien gebracht und hier in der Herzogsgruft unter dem Mittelchor von St. Stephan bestattet. Am 12. November 1513 schließlich verlegte man in einer zweitägigen Trauerfeier die sterblichen Überreste des Kaisers in das Grabmonument.

Rätsel um das Grab

Auch wenn jahrelang darum gerätselt wurde - der Kaiser befindet sich tatsächlich in dem Grab. Schon seit 1969 zweifelte man nämlich daran. Damals bohrte man an der Rückwand des Grabmals ein Loch und linste mit einem Spiegel und einer medizinischen Leuchte ins Innere. Dabei entdeckte man ein goldgewobenes Leichentuch und beließ es dabei. 2013 entschieden sich schließlich 17 Wissenschaftler, dem Geheimnis doch auf die Spur zu gehen, und bestätigten den Leichnam des Kaisers darin.

Bei der Gelegenheit wurden auch die 40 Wappenschilde und die hundert winzigen Tierdarstellungen einer näheren Betrachtung unterzogen, viele der Wappen können bis heute nicht zugeordnet werden, die Tiersymbolik blieb ungeklärt. [3]



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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 335ff.
  2. Archiv Wien, Archiv Verlag, Blatt W 05003
  3. http://diepresse.com/home/science/4973671/Die-Raetsel-um-Friedrich-III