Stephansdom: Das Kegelspiel mit dem Teufel

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Das Kegelspiel mit dem Teufel Relevante Orte: Stephansplatz
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Neben dem Türmerstüberl war einst eine Kegelbahn, die aufgrund der engen Verhältnisse etwas zu kurz ausgefallen war. Man musste die Kugel mit dem Rücken zur Bahn zwischen den Beinen abstoßen, da der Platz nichts anderes erlaubte, und so war auch die Treffsicherheit eingeschränkt. Nur ein Türmer traf regelmäßig alle Neune, weshalb keiner mehr mit ihm spielen wollte. So räumte er für sich alleine die Kegel ab, bis um Punkt 0 Uhr plötzlich ein hagerer Mann in grauem Umhang in die Stube trat. Der Fremde bat den Kegler eindringlich aufzuhören, da die späte Stunde den Gottesfürchtigen zum Schlafen vorbehalten sei, doch der schon angetrunkene Türmer wollte davon nichts wissen, verhöhnte den Mann sogar. Der Fremde schrie: „Jeder Schub von mir trifft alle Neune. Und wenn nicht, zahle ich dir jeden Betrag der Welt“.

Der Jüngling nahm die Wette an – und warf einen der Kegel aus dem Kirchturmfenster, sodass nur mehr acht Kegel zur Verfügung stehen, und die Wette nicht mehr einlösbar war. Erbost löst der Fremde den Mantel – da war nur ein Skelett zu sehen. Voller Zorn wirf die Gestalt die Kugel in die restlichen Kegel – und den jungen Mann, der – als neunte Kegel - auf der Stelle tot umfällt. Seither spielten die Türmer nur mehr mit 8 Kegeln und der Geist des jungen Mannes taucht immer wieder auf, bis endlich alle Neune fallen.[1]


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Quellen

  1. Maria Pacolt: Sagen aus Alt-Wien, Wien, 1946, S. 31