Dorotheergasse 13

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Grund-Information
Haus-Plankengasse 6-01.jpg

Dorotheergasse 13

Aliasadressen =Dorotheergasse 13, =Plankengasse 6, =Spiegelgasse 12
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1111 | vor 1821: 1177 | vor 1795: 1142
Baujahr 1803-1807
Architekt Johann Amann


Klosterneuburger Hof - Architektur und Geschichte

Das klassizistische Zinshaus wurde von Johann Amann 1803 erbaut.

Vorgängerbauten

Am Areal der Häuser 12 und 14 befand sich ein ausgedehntes Gebäude, das im 15. Jahrhundert vom Dorotheerkloster gekauft wurde ("Dorotheerhof"). 1782, also bis zur Aufhebung des Klosters blieb das einstöckige Gebäude bestehen, als es schließlich an das Stift Klosterneuburg überging ("Klosterneuburger Hof"), wurde es 1802 abgebrochen und durch zwei Zinshäuser ersetzt..

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Bildhauers Matthias Steinl

Der gelernte Kunsttischler Matthias Steinl (* um 1643/1644 Land Salzburg, † 18. April 1727, ebenhier) kam aus Leubus über Breslau und Nürnberg nach Wien. Leopold I. Dahm in 1688 als "Kammerbeinstecher" auf, Steinls wahre Berufung war jedoch die Bildhauerei. Zu seinen Werken gehören großartige Kunstwerke, die heute noch im 1. Bezirk zu finden sind:

  • Eine elfenbeingefertigte Kreuzigungsgruppe (Schatzkammer)
  • Eine Allegorie des Wassers und der Luft, ebenfalls aus Elfenbein (Kunsthistorisches Museum)
  • Reiterstatuetten von Leopold I. und Karl VI. (Kunsthistorisches Museum)
  • Die Kanzel der Dominikanerkirche, hier ist ein Selbstbildnis am Stiegenaufgang eingearbeitet
  • Der Sebastiansaltar in der Franziskanerkirche
  • Der ehemalige Hochaltar der alten Burgkapelle
  • Der Josephs-Altar im Stephansdom
  • Großplastiken am heutigen Seitenaltar der Kapuzinergruft
  • Eine Figurengruppe, die Kanzel und das Gehäuse der Orgel der Peterskirche

In diesem Haus wohnte Steinl von 1703 bis zu seinem Tod. Er wurde im Stephansdom begraben.

Wohn- und Sterbehaus des Komponisten und Musikhistorikers Ignaz Franz Mosel

Ein weiterer bekannter Bewohner war Ignaz Franz Mosel (* 1. April 1772 Wien, † 8. April 1844, ebenhier), der als erster Dirigent 1812 in Wien einen Taktstock benutzte.

Mosel war im Wiener Musikleben äußerst aktiv, er organisierte Musikfeste der Gesellschaft der Musikfreunde, betreute die Sängerknaben, und war Vizedirektor - später auch Direktor - der Hofbibliothek. Er komponierte Lieder und Opern, wurde aber vor allem als Musikschriftsteller (zB Biographie über Salieri, erste wissenschaftliche Arbeit über die Partitur des Mozart-Requiems) bekannt.

Unternehmen

Apotheke "Zum heiligen Leopold"

Die Apotheke wurde am 12. November 1804 durch Anton Würth gegründet. Würth war für einige Erfindungen bekannt, wie den Dampfapparat (1824). Er gewährter - als k.k. Hofapothekenbeamter - den niederen Beamten des Kaiserhauses einen 25 prozentigen Rabatt auf seine Medikamente.

Zwischen 1804 und 1939 hieß die Apotheke "Zum Heiligen Leopold", ab 1939 ist sie unter "Alte Leopoldsapotheke" zu finden.

Besitzer der Apotheke

  • 1804–1828 Anton Würth (Konzessionszurücklegung)
  • 1828–1841 Franz Xaver Ringer (Konzessionszurücklegung)
  • 1841–1863 Gustav Wertheimer (Konzessionszurücklegung)
  • 1864–1880 Philipp Neustein, † 20. April 1880
  • 1880–1896 Emilie Neustein (Witwenbetrieb)
  • 1897–1900 Siegmund Bloch (Kauf)
  • 1900–1918 Erbenbetrieb
  • 1918–1938 Eduard Bloch
  • 1938–? Georg Hugh-Bloch (Adoptivsohn, er musste in der NS-Zeit seine Konzession zurücklegen)
  •  ?–laufend Rüdiger Hugh-Bloch

J. Pauly & Sohn

Hofbettwaren J. Pauly & Sohn

Das Unternehmen zur Erzeugung von Bettwaren gab es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Es galt als eines der erfolgreichsten und ehrenwertesten Unternehmen der Branche und bestand bis 1991.

Die Filiale im Haus Plankengasse bot als zusätzlichen Service im ersten Stock eine Muster-Kinderstube. Man konnte hier vollständig eingerichteten Wiegen, Kinderkörbe und Gitterbetten vergleichen. Bekannt wurde das Unternehmen jedoch durch die Produktion der ersten Daunendecken.

Mühlenbrot-Bäckerei Barsz

In dem Backbetrieb, der seit 1827 besteht, bekommt man herrliches Brot - zu der besonderen Spezialität gehört das 2 kg doppelt gebackene Landbrot.

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Spiegelgasse 12 190617 römisch Bei einer Kanalgrabung vor dem Haus wurden römische Keramikfragmente gefunden



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Quellen