Marc-Aurel-Straße

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Marc-Aurel-Straße

Wien 01 Marc-Aurel-Straße a.jpg

Benennung 1886 (Erstnennung:1360)
Benannt nach Marc Aurel, römischer Feldherr, Kaiser
Straßenlänge 205,96 Meter [1]
Gehzeit 2,48 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Kienmarkt, Krebsgasse, Salzgasse


Namensgebung und Geschichte

1886 wurde die Straße nach dem Feldherren Marc Aurel benannt.

1360 hieß der Bereich zwischen Hohem Markt und Sterngasse noch "Kienmarkt", ab 1786 findet sich die Bezeichnung "Krebsgasse", nach dem Hausschild "Zum roten Krebs", das auf einem 1886 abgebrochenen Haus zwischen Nummer 5 und 6 angebracht war.

Hier gabelte sich die Straße, links verlief eine kleine Sackgasse, die am Siebenbüchnerkloster endete (heute die Vorlaufstraße).

Der untere Teil der Marc-Aurel-Straße hieß zwischen 1827 und 1886 Salzgasse.

Marc Aurel

Die Bestattung Marc Aurels [2]

Marc Aurel war von 161 an 19 Jahre lang Kaiser des Römischen Imperiums. Teilweise regierte er mit seinem Stiefbruder Lucius Aurelius Verus, als dieser starb, herrschte er 7 Jahre lang alleine. Ab 176 regierte sein Sohn (eines von 13 Kindern) Commodus mit.

Marc Aurels Hauptsitz war Carnuntum. Er führte zahlreiche Schlachten an, aus denen er meist siegreich hervorging, trotzdem ging er als Philosoph in die Geschichte ein. Begründet ist das durch sein, in griechischer Sprache verfasstes, Buch „Selbstbetrachtungen“, in dem vor allem seine stoische Haltung zum Ausdruck kommt. Als Marc Aurel im Jahr 180 als Anführer seiner Garnison gegen die vordringenden Germanenstämme in Wien kämpfte, erkrankte er an Pest und starb.

Gedenktafel für Aron Menczer

Vor Haus 5 ist ein Gedenkstein aufgestellt, der an Aron Menczer erinnert.

Aron Menczer

Aron Menczer (* 18. 4.1917 in Wien; † 7. 10.1943 im KZ Auschwitz-Birkenau) brachte tausende Kinder vor dem NS-Regime in Sicherheit, er verhalf ihnen zur Flucht nach Palästina, Großbritannien und Skandinavien. 1984 wurde er von Nazis - gemeinsam mit Desider Friedmann - nach Theresienstadt deportiert, dort wurden Freiwillige gesucht, die Waisenkinder in einem Gefangenaustausch nach Bialystok begleiten sollten. 53 Personen meldeten sich, darunter Ottla Kafka und Menczer.

Der Gefangenenaustausch kam nicht zustande. Stattdessen wurden die 1200 Kinder mit den 53 Betreuern nach Auschwitz gebracht und dort vergast.

In diesem Haus wirkte von 1938 bis 1941 der charismatische
Erzieher und mutige Leiter der Jugendalijah-Schule Jual
Aron Menczer
geboren 18.4.1917, ermordet 7.10.1943
Am 24. September 1942 wurde er in das Ghetto Theresienstadt
deportiert. Im Oktober 1943 begleitete Aron Menczer freiwillig
1200 Waisenkinder in das Vernichtungslager Auschwitz
wo er mit ihnen ermordet wurde.
Gewidmet in Dankbarkeit von den Überlebenden
Nationalfonds der Republik Österreich
für Opfer des Nationalsozialismus

Das Siebenbüchnerinnenkloster

Das Siebenbüchnerinnenkloster 1790

Auf einem großem Areal, das die Vorlaufstraße 4, die Marc-Aurel-Straße 7-9 und 8-12, und Salzgries 1 sowie Salzgries 3 umfasste, wurde 1628 ein Kloster für unbeschuhten Karmeliterinnen gegründet. Der Name Siebenbüchnerinnen hatte sich vom Haus Sterngasse 4 abgeleitet (Zu den sieben Büchern) und war eigentlich ein Spottname, geweiht war das Klosters als "Karmeliterinnenkloster zu St. Josef".

Die Initiative dazu hatte Kaiserin Eleonore, die zweite Gattin Kaiser Ferdinands II, ergriffen. Sie hatte die Nonnen vom Berg Carmel kennengelernt und war von ihnen ergriffen. Sie kaufte also 10 Häuser auf und begann mit dem Bau des Klosters und einer Kirche (Baubeginn 1642).

Die einfach ausgestattete Kirche war stark frequentiert, Graf Kollonitsch zelebrierte hier seine erste Messe.

Das arme Kloster wurde am 26.1.1782 aufgelassen, der Staat hatte damit ein Verlustgeschäft gemacht, denn hier waren keine Kirchenschätze oder Grundstücke zu holen gewesen. Der Sarg der hier begrabenen Gründerin Eleonore wurde in die Fürstengruft von St. Stephan übernommen, aus dem Kloster wurde ein Polizeigefangenenhaus.

Häuser der Straße



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Karl Eduard Schimmer: Alt und Neu Wien, Erster Band, A. Hartlebens Verlag, 1904, S. 59