Kurrentgasse 3

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Grund-Information
Kurrentgasse 3.jpg

Kurrentgasse 3

Aliasadressen =Kurrentgasse 3, =Schulhof 4
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 414 | vor 1821: 447 | vor 1795: 242
Baujahr 1683 (ev. nur Umbauarbeiten)
Architekt unbekannt


Das Neuwall'sche Haus - Architektur und Geschichte

Den Namen erhielt das Gebäude nach den Besitzern, den Rittern Neuwall, die es seit 1849 bis heute in Familienbesitz haben.

Das Haus dürfte nach der zweiten Türkenbelagerung neu gebaut (oder zumindest umgebaut) worden sein. Ein weiterer Umbau wurde 1728 vorgenommen, der damalige Besitzer war Christoph Ignatio von Werttenberg Er ließ das Portal mit Atlanten, darüber einem steinernen Balkon mit seitlichen Vasen, ausstatten. Der Innenhof verbirgt einen Brunnen. Das Treppenhaus ist barock gestaltet.

1910 wurde das Haus vom Bankier Bernhard Eskeles gekauft, der es jedoch schon ein Jahr später am Samuel August und Ignaz Ritter von Neuwall verkaufte.

Ehemaliger Standort des Puppen- und Spielzeugmuseums

Zwischen 1989 und 2006 gab es hier ein spezielles Museum, das Puppen und Spielzeugmuseum. Es war aus einer Privatsammlung entstanden und bestand aus rund 600 Exponaten. Darunter waren Puppen aus Holz, Wachs, Porzellan und Celluloid, Puppenküchen, Eisenbahnen, Stofftiere, Automaten und Marionettentheater aus 200 Jahren.

Die Sammlung wurde 2006 versteigert, das Museum geschlossen.

Vorgängerhäuser

Ursprünglich war das Haus Teil der Judenstadt, 1421, nach der Vertreibung der Juden, ging es in den Besitz der Gemeinde über. Nach zahlreichen privaten Besitzerwechseln hatte einer der Eigentümer hohe Schulden, was die Stadt Wien dazu veranlasste, das Haus zu schätzen. Der damalige Bürgermeister Wolfgang Rieder erwarb es 1510 um den Schätzpreis (150 Wiener Pfennig - obwohl es knapp vorher schon 228 Pfennig wert war), und schenkte es seiner Tochter Anna.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Polarforschers Julius Payer

1872 wohnte in dem Haus der ehemalige Offizier und Polarforscher Julius Ritter von Payer (* 1.9.1841, Schönau bei Teplitz, † 29. August 1915 Veldes). Payer nahm an mehreren Forschungsreisen in die Arktis und zum Nordpol teil und unternahm als Bergsteiger Erstbesteigungen (Adamello- und Presanella-Grupe). Nachdem er in München und Frankfurt Malerei studiert hatte, kehrte er nach Wien zurück. Inzwischen war er auf einem Auge blind, doch das hinderte ihn nicht daran, eine Malschule für Mädchen zu eröffnen. Er selbst malte auch, von ihm stammt das arktische Monumentalbild im Naturhistorischen Museum.

Nach ihm sind die Julius-Payer-Gasse im 22. Bezirk und die Payergasse im 16. Bezirk benannt.



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Quellen