Sonnenfelsgasse 15

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Grund-Information
Wien 01 Sonnenfelsgasse 15 a.jpg

Schönlaterngasse 1

Aliasadressen =Sonnenfelsgasse 15, =Schönlaterngasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 747 | vor 1821: 793 | vor 1795: 766
Baujahr 1635/1808
Architekt unbekannt


Das Haus - Architektur und Geschichte

Erhaltenes Renaissance-Portal

Es handelt sich hier um das älteste erhaltene Haus der Sonnenfelsgasse. Am 19.5.1908 wurde das Haus von der Stadt Wien gekauft, heute wird es durch Wiener Wohnen verwaltet.

Außergewöhnlich ist das Renaissance-Portal des Hauses, der Abschlussstein ist mit einem Löwenkopf geschmückt. Der darüber liegende Dreiecksgiebel enthält ein Wappen, das jedoch leer ist. Das Tor ist noch ein Rest des Vorgängerhauses und geht auf die Zeit zwischen 1570 und 1580 zurück. Der Eingangsbereich besteht aus einem Kreuzgewölbe, alle drei Etagen im Innenhof sind mit Holzpawlatschen umringt.

Vorgängerhaus

Schon im Jahr 1411 wurde ein Haus an dieser Stelle urkundlich erwähnt, das jedoch bei einem Brand Anfang des 17. Jahrhunderts großteils zerstört wurde. Die Brandstätte wurde 1635 vom kaiserlichen Diener und Äußeren Rat Friedrich Höfler gekauft und wieder aufgebaut (der Kern ist immer noch aus dem 16. Jahrhundert), aufgestockt wurde es 1808 durch den damaligen Besitzer, den griechischen Handelsmann Anastasius Margarith.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Die Druckerei des Matthäus Cosmerovius

Im Erdgeschoß befand sich ehemals eine Druckerei, die das „Wiener Blättl“ herausgegeben hatte. Besitzer der Druckerei (und des gesamten Hauses) war der kaiserliche Hofbuchdrucker Matthäus Cosmerovius, der auch die oberen beiden Stockwerke bewohnte.

Geburtshaus der Dichterin Enrica von Handel-Mazzetti

Am 10.1.1871 wurde die Dichterin Enrica von Handel-Mazzetti in dem Haus geboren. Ihr Vater, der k.u.k. Hauptmann Heinrich Hypolith von Handel-Mazzetti starb bereits vier Monate vor ihrer Geburt mit nur 31 Jahren an den Folgen eines Sonnenstichs. Die Mutter zog das Mädchen daher alleine auf, ließ sie aber trotzdem eine Schulausbildung absolvieren. Mit 19 Jahren veröffentlichte Enrica bereits ihre ersten Gedichte, später verfasste sie historische Romane und Novellen, die sich vor allem mit Religionskonflikten zwischen Katholiken und Protestanten auseinandersetzten. Als ihre Mutter starb, verließ die Schriftstellerin Wien und damit ihr Geburtshaus und übersiedelte nach Linz zu ihrem Onkel, wo sie bis zu ihrem Tod blieb.

Nach ihr ist seit 1981 eine Straße im 22. Bezirk benannt: Die Handel-Mazzetti-Gasse.

Lokale

Die Nische mit Darstellung der Legende, Restaurant zum Basilisken

Im Haus ist ein Wiener Beisl zu finden, das "Restaurant zum Basilisk". Der Name des Lokals bezieht sich auf das naheliegende Basiliskenhaus, in einer Nische des Lokals ist die Sage dargestellt, ein Knabe hält dem Drachen einen Spiegel vor. [1]

Unterirdisches

Der Keller und die Firma Altmann

Der Keller besteht aus zwei Stockwerken, der über eine extrem steile Treppe zu erreichen ist. Die Räume sind mit den Kellern der Nachbarhäuser und des gegenüberliegenden Restaurants verbunden. Die Kellergewölbe waren einst gefüllt mit Dampfmaschinen und einer Wachsbleiche, denn hier hatte der k.u.k. Hoflieferant Josef Altmann seinen Hauptsitz. Er produzierte hier Kerzen und Pechfackeln, die im Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum, aber auch in der Hofburg und in der Hofoper für Beleuchtung sorgten. [2]

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Sonnenfelsgasse 15 200212 Mittelalter/Neuzeit Bauhistorische Untersuchungen im Oktober 2002 zeigten, dass das Hauptportal des vierflügeligen Gebäudes aus der ersten Ausbauphase aus dem dritten Viertel des 16. Jh. stammt und Teile der Kelleranlage dem 16. bzw. 17. Jahrhundert und auch frühen 18. Jahrhundert zugeordnet werden können. Im Nordosten der Parzelle stammen Teile des Kellers aus dem Mittelalter.
Sonnenfelsgasse 15 201417 Neuzeit Im Zuge von geplanten Umbauten erfolgten fünf Sondagen im Keller des Hauses. Hier konnte festgestellt werden, dass der Osttrakt des Hauses tiefer fundamentiert war. Bautechnisch interessant ist das Aufbringen einer Lehmpackung über dem gewachsenen Boden, wohl um ein Aufsteigen der Bodenfeuchtigkeit zu verhindern.



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Quellen

  1. http://www.zumbasilisk.at/
  2. Robert Bouchal, Gabriele Lukacs: Geheimnisvolle Unterwelt von Wien, Pichler Verlag, 2011, S.14