Salvatorgasse

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Salvatorgasse

Wien 01 Salvatorgasse a.jpg

Benennung 1862 (Erstnennung: 1271)
Benannt nach Salvatorkirche
Straßenlänge 188,68 Meter [1]
Gehzeit 2,27 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Bei unserer Frau auf der Stellen, Gässel, als man zu Unser Frauen auf der Stellen geht,

Gässel gegen Sankt Salvator, Passauer Gasse


Namensgebung und Geschichte

Benannt wurde die Gasse 1862 nach der Salvatorkirche auf Nummer 5, die im 14. Jahrhundert errichtet worden war.

Der Straßenverlauf ist bereits ab 1271 nachweisbar, ihr Name bezog sich damals aber auf die Kirche Maria Am Gestade, sie trug daher Namen wie: „Bei unserer Frau auf der Stellen“ oder „Gässel, als man zu Unser Frauen auf der Stellen geht“.

Ab dem 15. Jahrhundert orientierte man sich auch am alten Rathaus: „Gässel, als man vom Hohen Markt zu der Stadt Rathaus geht“ oder 1644: "Gässel beim Rathaus". Ab 1701 tauchen erstmals Namen auf, die sich auf die Salvatorkirche beziehen: „Gässel gegen Sankt Salvator“ und „Sankt Salvatorgässel“. Das kurze Stück zwischen Stoß im Himmel und Am Gestade hieß ab 1786 Passauer Gasse, Passauer Hof und ab 1902 Passauer Platz.

Ausgrabungen

In der Salvatorgasse wurden bereits römische Besiedlungsnachweise erbracht, die Funde werden hier aufgelistet: In der Römerzeit lag die Gasse im Römerlager. Interessant ist vor allem, dass sich hier einer der wenigen Nachweise für eine Besiedlung im 6. Jahrhundert erbringen ließ, die gesamte Gasse war ein Gräberfeld der Langobarden.

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Salvatorgasse 3, Salvatorgasse 4-6, Salvatorgasse 5-7/7A 190001 römisch/Mittelalter Bei Straßenarbeiten stieß man auf Mauern, die einen Raum in der Grö0e von 2,45 Meter Breite und 16,5 Meter Länge umschlossen. Es wurden Ziegel mit Stempel, Glas und eine Münze gefunden.
Salvatorgasse 1 189903 römisch Im Zuge des Hausumbaus wurden Reste römischer Mauern aus Bruchsteinen mit Mörtelbindung gefunden. im römischen Bauschutt fand man Ziegel, Keramik, Glas und Asche aus der Römerzeit.
Salvatorgasse 1, Salvatorgasse 2, Salvatorgasse 3, Salvatorgasse 4-6, Salvatorgasse 5-7/7A, Salvatorgasse 8, Salvatorgasse 9-11 187404 römisch Bei Einleitung der Hochquelle stieß man auf massive Mauern, .Leisten-und Röhrenziegel, Steinblöcke, Mörtelbrocken und Keramik,
Salvatorgasse 4-6 189801 römisch Bei Umbau des Hauses fand man Reste des römischen Lagerbades, einen Brunnen, eine Schwertklinge und einen Teil der Straße (Nord-Süd-Verbindung).
Salvatorgasse 3 184702 römisch Ende Mai 1847 wurde hier, 4 m vom damals bereits bekannten Bad entfernt und in gleicher Tiefe, eine 2 m starke Mauer aus Gussmauerwerk aufgedeckt.
Salvatorgasse 2 bis Salvatorgasse 12 195101 römisch/6. Jhdt./Mittelalter Im Jahr 1951 wurden Baureste des römischen Lagerspitals und Lagerbades, ein Stück der via praetoria mit zwei Kanälen und vier Langobardengräber mit Beigaben aufgedeckt. Unter den zahlreichen Funden sind zwei Altäre hervorzuheben, die Jupiter, Sirona, Aeskulap, Apollo und Sol gesetzt worden waren..
Salvatorgasse 8 191101 römisch Im Jahr 1911 wurden beim Umbau des Hauses eine Hypokaustanlage sowie Wandmalereireste und Marmorplatten einer Wandverkleidung gefunden. Auch Keramik, Ziegel und Münzen kamen zum Vorschein.
Salvatorgasse K 195706 Neuzeit Im Jahr 1957 wurde eine Estrichprobe aus der Kirche entnommen.
Salvatorgasse 10 190003 römisch ? Im Jahr 1900 fand man im Gehsteigbereich einen Mauerrest, dessen chronologische Einordnung nicht möglich ist.
Salvatorgasse 5-7/7A 197101 römisch/Mittelalter Im Jahr 1971 wurden bei Umbauarbeiten des Hauses römische und mittelalterliche Mauerreste sowie Spolien aufgefunden. Weiters fanden sich Münzen, Terra Sigillata und andere Keramikfragmente.
Salvatorgasse 12 200513 römisch/Mittelalter/Neuzeit Anlässlich des Baus einer Tiefgarage im Innenhof des Gebäudes wurde eine Ausgrabung durchgeführt. Es konnte sowohl ein mehrphasiger Kasernenbau und Reste eines Heizkanals sowie eine Straße des römischen Legionslagers aufgedeckt werden als auch Teile der mittelalterlichen bis neuzeitlichen Bebauung.
Salvatorgasse 9-11, Salvatorgasse 10, Salvatorgasse 12 189715 römisch Im Jahr 1897 wurde eine 20 cm starke Ascheschicht über dem gewachsenen Boden mit Tierknochen, Dachziegeln, Platten, Pfeilerziegeln, Heizrohren und Baublöcken gefunden.

Die Häuser der Gasse



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at