Börseplatz 1

Aus City ABC
(Weitergeleitet von Rockhgasse 5)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grund-Information
Börseplatz 03.JPG

Börseplatz 1

Aliasadressen =Börseplatz 1, =Helferstorferstraße 10, =Rockhgasse 5, =Hohenstaufengasse 8
Ehem. Konskriptionsnummer 1547 (Vor 1862: 140)
Baujahr 1870 / Aufbau: 1902
Architekt Josef Winterhalder, Baumeister Edmund Kaiser / Aufbau: Eugen Fassbender


Das Fernmeldegebäude (Telegraphenzentralstation) - Architektur und Geschichte

Der Architekt des 1870 erbauten Hauses war Josef Winterhalder, errichtet wurde es für die k.k. Telegraphen-Zentralstation. Die Aufstockung wurde zwischen 1900 und 1905 durch Eugen Fassbender vorgenommen, sie war zur Unterbringung des Personals des Amtes gedacht, denn mittlerweile waren hier 800 Mitarbeiter beiderlei Geschlechts tätig.

Zwischen 1902 und 1905 wurde das Haus durch Fassbender aufgestockt. [1]

Technische Neuerungen

Interessant an dem Bau ist die Heiz- und Kühlanlage: Um die Luft möglichst staubfrei zu halten, wurde am Börseplatz ein Pavillon erbaut, aus dem saubere Luft angesaugt wird und durch einen Kanal in das Gebäude geleitet wird. Die Frischluft wird im Winter durch acht Heizkammern erwärmt, im Sommer gekühlt. Ein weiteres technisches Detail ist ebenfalls interessant: Für den Telegrammverkehr wurde vom und zum Rohrpostnetz eine spezielle elektronische Seilschlittenbahn errichtet.

Weitere Verwendung des Fernmeldegebäudes

Die Post- und Telegraphenverwaltung war bis 1996 hier angesiedelt, seit dem Auszug steht das Gebäude leer. Kurze Zeit war der Schwiegersohn Wlascheks, Thomas Hönigsberger, der Besitzer des Hauses, der Umbau zu einem geplanten Hotel scheiterte jedoch am Denkmalschutz. Zwischendurch wurden die oberen Etagen von Paulus Manker genutzt, er führte dort seine „Alma“ auf. [2]

Im Jänner 2012 wurde zwar berichtet, dass die Grazer Investmentfirma Immovate das Haus gekauft hätte, seither ist jedoch keine Veränderung zu sehen. Ob es ein Hotel oder ein Appartmenthaus würde, war da noch unklar. Mittlerweile gehört das Gebäude der "Börseplatz 1 GmbH &Co KG", die Luxuswohnungen darin errichtet.

Während dem Zweiten Weltkrieg blieb auch dieses Haus nicht verschont, es wurde am 12.3.1945 von einer Bombe getroffen, die drei Wohnungen im Haus zerstörte.

Figurengruppe am Dach

An die Telegraphen-Zentrale erinnern eine Figurengruppe und die Inschrift „K.K. Telegraphen Centrale“ auf der Attikaballustrade. Die Figuren symbolisieren die Telegraphie, sie sitzen auf einem Globus und sind von zwei liegenden Damen umgeben. Darüber ist der Funkturm gut zu erkennen, der 1964 im Innenhof erbaut wurde.

Die Anfänge - Schottengarten

1339 wurde der Grund von privaten Besitzern an das Schottenkloster abgetreten, sie durften es jedoch nicht lang behalten haben, denn 1411 schien wieder ein privater Besitzer auf. Zu viel späterer Zeit, nämlich im 17. Jahrhundert, war es wieder im Besitz der Schotten, die hier einen Garten angelegt hatten. 1672 schenkten die Schotten den Grund Kaiser Leopold I., da dieser das angrenzende Zeughaus erweitern wollte.

Vorgängerbauten

Haunoldsturm

In der Babenbergerzeit verlief hier die Stadtbefestigung, etwa dort, wo heute die Telegraphenzentralstation steht, befand sich damals der Haunoldsturm. Er scheint bereit 1418 im "Gültenbuch" auf, nämlich als "Turm in des Haunolds Garten".

Dieser Haunold war Haunold Schuchler, der 1345-1348 Judenrichter in Wien war. Ab 1445 scheint der Name "Turm im Elend" auf. Er wurde zwischen 1558 und 1561 abgerissen, als das Flussstreitschiffarsenal erbaut wurde.

Donauflottillenarsenal

Dieser Teil des Arsenals hieß auch "Wiener Flussstreitschiffarsenal". Es handelte sich dabei um einen Zubau des oberen kaiserlichen Arsenals (Renngasse). Hier lag auch ein kleiner Hafen, wahrscheinlich am Ufer des Betts des "Alsbach", an dem die Donaustreitschiffe nach ihrer Herstellung im Arsenal verwahrt wurden. [3]



Gehe weiter zu Börseplatz 2 | Helferstorferstraße 17 | Rockhgasse 6 | Hohenstaufengasse 9

Gehe zurück zu Börseplatz | Helferstorferstraße | Rockhgasse | Hohenstaufengasse | Straßen des 1. Bezirks

Quellen

© Christiana Mazakarini
  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 5. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 425
  2. https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/museum/561291_Die-Verwagnerung-des-k.-k.-Telegraphenamtes.html
  3. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S. 59