Wächtergasse 1

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Grund-Information
Renngasse 6-8.jpg

Renngasse 6-8

Aliasadressen =Wächtergasse 1, =Tiefer Graben 11-13, =Renngasse 6-8
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 152, 153, 154, 166, 167 | vor 1821: 159, 160, 161, 173, 174 | vor 1795: 378, 377, 376, 364, 363
Baujahr 1912-1913
Architekt Viktor Siedek


Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1912 von Viktor Siedek erbaut - Auftraggeber war die Unionbank, die das Areal und die beiden ehemals hier stehenden Häuser schon am 16.4.1899 gekauft hatte. Nachdem die Unionbank mit der Bank Austria (damals noch CA) fusionierte, ist das Haus heute in Besitz dieser Bank.

Vorgängerhäuser

Das Areal war ursprünglich von fünf kleinen Häusern besiedelt, die für den Neubau der Unionbank abgerissen wurden.

  • Haus 152 wurde bereits 1449 erstmals urkundlich erwähnt.
  • Der älteste bekannte Besitzer des Hauses 153 war Pangratz Eller. Er wird 1435 erstmals urkundlich genannt, als er das Haus verkaufte. 1841 gelangte es in Besitz der "Anstalt zur Versorgung und Beschäftigung erwachsener Blinder".
  • Haus 166 war bis 1636 immer in gemeinsamen Besitz mit Haus 154. Zusammen reichten sie bis zum Tiefen Graben hinein.
  • Das Haus 167 war Anfang des 18. Jahrhunderts in Besitz des Bürgermeisters Jakob Daniel Tepser.

Im 19. Jahrhundert stand hier ein Haus des Architekten Ludwig Förster, der im Auftrag des Freiherrn Ludwig Pereira-Arnstein ein Zinshaus errichtete, das "so wenig als möglich kosten und so viel als möglich einbringen" sollte. Pereira wollte damit seinen Angehörigen ein prächtiges Haus hinterlassen, das an ihn erinnern sollte, die Erträge sollten durch Geschäftslokale im Erdgeschoss maximiert werden. Für die Gestaltung der Ornamente an der Fassade verwendete er - zur Vortäuschung des Prunks - billigen Gussmörtel, was in Architektenkreisen (vor allem bei Adolf Loos) zu heftiger Kritik führte. [1]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus von Ottilie von Goethe

Nach dem Tod ihres Schwiegervaters Johann Wolfgang von Goethe zog Ottilie von Goethe 1839 nach Wien und vorerst in eine Wohnung in der Mölker Bastei 10. Später übersiedelte sie hierher und blieb bis zu ihrer Rückkehr nach Weimar (1866) im 2. Stock dieses Hauses.

In dieser Wohnung starb auch Goethes Enkelin Alma, die 1844 am Währinger Friedhof begraben wurde, deren Gesicht jedoch im Austria Brunnen auf der Freyung verewigt wurde.

Wohn- und Sterbehaus des Bildhauers Johann Sebastian Wagner

In dem Haus hatte der Bildhauer des Heinrich-Jasomirgott-Brunnens (erster Hof des Schottenstifts), Johann Sebastian Wagner, gewohnt. Wagner starb am 30. Oktober 1664 bereits mit 33 Jahren, der Brunnen war noch nicht vollendet, er wurde von Hans Paal fertiggestellt.



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© Christiana Mazakarini

Quellen

  1. Christa Veigl: In Wiener Geschichtsblätter, 64. Jahrgang, Heft 3/2009, Ornamente für die Ewigkeit, S.22