Wallnerstraße 8

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Haus: Wallnerstraße 8 Grund-Informationen
Palais Caprara-Geymueller panoramic.jpg
Aliasadressen =Wallnerstraße 8
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 272 | vor 1821: 283 | vor 1795: 154
Baujahr 1698
Architekt Domenico Egidio Rossi, Domenico Martinelli


Das Palais Caprara-Geymüller - Architektur und Geschichte

Salamon Kleiner, Spanische Hofkanzlei

Enea Silvio Graf Caprara, ein Vetter des Grafen Montecuccoli erwarb im 17. Jahrhundert ein altes Gebäude von einem Jesuitenpater (M. Codella, Rektor der St.-Anna-Schule). An seiner Stelle wollte er einen Palast errichten lassen, in dem er seine hohen Gäste gebührend empfangen konnte. Für den Prunkbau engagierte er daher Domenico Egidio Rossi und Domneico Martinelli. Die Italiener orientierten sich bei der Planung an den italienischen Palazzos.

Im 18. Jahrhundert wurde das Palais von Josef Ignaz Gerl umgebaut, in dieser Zeit wurden die Atlanten am Portal hinzugefügt. [1] Etwa zu dieser Zeit war in dem Haus die Spanische Hofkanzlei einquartiert (Stich von Salomon Kleiner aus dem Jahr 1729 mit dem Titel „Spanische Cantzley in der Wallnerstraßen“). Etwas später kam es in den Besitz der Fürsten Liechtenstein, danach in den von Baron Wimmer. Er vermietete die Räumlichkeiten an Johann Bernadotte, der schließlich Auslöser für den Fahnentumult war.

Im gleichen Jahr entschied sich Wimmer, das Palais an die Bankiersfamilie Geymüller zu verkaufen, die sofort einen Innenausbau im Stil des Empire vornahmen - zwei Zimmer blieben sogar bis heute erhalten: Der Geymüller-Salon und das Pompejanische Zimmer, das sich heute allerdings im Wien Museum befindet. Ab nun war das Palais Treffpunkt der feinen und klugen Gesellschaft Wiens, Grillparzer lernte 1820 hier seine Kathi (Fröhlich) kennen, Künstler tauschten sich mit Wissenschaftlern und Politikern aus. Bis 1844 blieb das Haus im Besitz der Familie, mittlerweile hatte es der verschwenderische Neffe Johann Heinrich Geymüller-Falkner geerbt, der leider eine noch verschwenderischere Ehefrau hatte. Beide starben verarmt.

1905 erwarb das Land Niederösterreich das Haus und betrieb hier diverse Ämter und bis 1922 das Landesmuseum (das dann in die Herrengasse 9 übersiedelte).

Heute ist hier Sitz der Wiener Börse AG.[2]

Vorgängerhäuser

Das Areal war schon sehr früh bebaut, schon im 14. Jahrhundert ist hier das Haus der Herren von Losenstein, die die Schallaburg besaßen, erwähnt. Der Familie gehörte das Haus bis 1558, dann wurde es Aeneas Graf von Caprara verkauft.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Jean Baptiste Bernadotte

Persönlichkeit Jean Baptiste Bernadotte
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Für ein Jahr lang, zwischen 13.2.1797 und 15.4.1798, wohnte in dem Haus der französische Gesandte und spätere König von Schweden, Jean Baptiste Bernadotte (* 26. Jänner 1763 Pau, Frankreich, † 8. März 1844 Stockholm). Er hatte den Fahnentumult ausgelöst, nach dem die Fahnengasse benannt ist. Der große Tumult, den das Hissen der verhassten französischen Trikolore am 13.4. ausgelöst hatte, veranlasste den Diplomaten, zwei Tage später Wien zu verlassen. 1809 nahm er an Seiten Napoleons an der Schlacht bei Wagram teil.

Ab 1818 war Bernadotte König von Schweden (Karl XIV. Johann).

Wohn- und Sterbehaus des Aeneas Silvius Caprara

Persönlichkeit Aeneas Silvius Caprara
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Aeneas Silvius Graf Caprara )* 1631 Bologna, † 3. Februar 1701, ebenhier) war Feldmarschall und Mitglied des Hofkriegsrats. Er war auch als Rivale des Prinzen Eugen bekannt. Er ließ sich 1698 hier das "Caprarapalais" errichten.

Wohn- und Sterbehaus des Bankiers Johann Jakob Geymüller

Persönlichkeit Johann Jakob Geymüller
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Johann Jakob Geymüller (31. März 1824 Freiherr von), * 6. September 1760 Basel, † 10. Mai 1834 Wien 1, ebenhier war Teilhaber des Bankhauses Peter Ochs. 1808 ließ er in der Khevenhüllerstraße 2 eine wunderschöne Villa erbauen, das Geymüller-Schlössel.

Grillparzer lernt Kathi Fröhlich kennen

1820 lernte Franz Grillparzer in diesem Haus seine "ewige Braut" Kathi Fröhlich kennen. Kathi war hier als Klavierlehrerin der Geymüllerschen Tochter engagiert.



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Quellen