Nikolaigasse 1

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Grund-Information
Nikolaigasse 1.jpg

Nikolaigasse 1

Aliasadressen =Nikolaigasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 837 | vor 1821: 887 | vor 1795: 1360
Baujahr 1961
Architekt Friedrich Euler


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das heute hier stehende Haus wurde 1961 errichtet. Es ersetzte die Ruine, die am 8.April 1945 nach einem Bombenteppich über der Nikolaigasse zurückgeblieben war.

Das Nikolaikloster

Das Nikolaikloster 1724, nach Salomon Kleiner

Statt dem heutigen Haus stand einst ein kleines Haus, das Paltram vor dem Freithof 1272 den Zisterzienserinnen vor dem Stubentor schenkte. 1274 wurde das Kloster offiziell von den Zisterzienserinnen besiedelt, die Kirche wurde im gleichen Jahr fertig gestellt, 1275 wurde sie vom Passauer Bischof zu Ehren der Dreifaltigkeit der Heiligen Maria, und den Heiligen Bernhard und Nikolaus geweiht. 1276 ließ Paltram die Reliquien der heiligen Deliciana aus Prag hierher bringen,

1385 entzog Herzog Albrecht III. den Nonnen das Kloster und schenkte es den Zisterziensern zur Einrichtung einer Schule für Zisterzienser-Mönche. Die Schule wurde beim großen Stadtbrand 1525 vernichtet, drei Jahre später das Stiftshaus durch die Türkenbelagerung schwer beschädigt. Einige Zeit diente es nun Nonnen (aus dem Nikolaikloster und dem Maria-Magdalena-Kloster vor dem Schottentor) als Zufluchtsort, bis es ab 1535 Bischof Johann Fabri als Privatbesitz übernahm (eine Schenkung des Königs Ferdinand). Dieser stiftete ein Studentenheim, das jedoch auch nicht lang bestand. 1545 überließen die Testamentsvollstrecker des toten Bischofs das Haus den Franziskanern, die bis 1589 (ihre Übersiedlung ins Bußhaus St. Hieronymus) hier blieben.

Ab 1589 wurde das Kloster als Waisenhaus der Stadt Wien für arme Bürgerstöchter genutzt, bis die Kinder ins Bürgerspital übersiedelt wurden. 1625 schließlich gründete Kaiserin Eleonore in den leerstehenden Gebäuden das Nikolaikloster. Sie holte dafür Clarissen-Nonnen aus Pressburg, die wegen der dortigen Unruhen weg wollten. Geweiht war das Kloster dem heiligen Nikolaus von Myra, aus dem der spätere Nikolo entstand.

Am 12. Jänner 1782 wurde das Kloster (hier lebten zu dieser Zeit noch 33 Nonnen) durch Joseph II. aufgehoben, drei Jahre später die Kirche demoliert. An Stelle des Kloster stehen nun fünf Wohnhäuser.[1]



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Quellen

  1. Leopold Mazakarini: Verschwundene Klöster der Innenstadt, Gesellschaft für Natur- und Heimatkunde, Wien, 1990, S. 14 f