Naschmarkt

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Naschmarkt

Naschmarkt.jpg

Benennung um 1820
Benannt nach Milcheimern (Asch)
Bezirk 6.
Vorherige Bezeichnungen Obstmarkt nächst dem Kärntner Tore


Namensgebung und Geschichte

Der Naschmarkt 1904, noch vor Verlegung. Aquarell von R. Moser [1]

Der Naschmarkt ist nicht so alt, wie er scheint. Er entstand in den letzen Jahren unter der Regierung von Maria Theresia im Bereich des Kärntner Tors - 1774.

Ursprünglich befand sich auf dem Areal das große Heiligengeistspital, das 1529 von den Türken in Schutt und Asche gesetzt worden war. Später wurde hier der riesige Komplex des Starhemberg'schen Freihauses errichtet, im Bereich davor siedelten sich die Marktleute mit ihren Ständen an. Anfangs konnte man hier Milch kaufen, die dem Markt auch seinen Namen: Aschmarkt gab; denn "Asch" bedeutete im Spätmittelalter "Milcheimer". Als sich dann "Knödelhütten", und "Bratelbrater" dazu gesellten, bekam man auch Obst und Genmüse.

Erst um 1820 bürgerte sich für den Kärntnertormarkt (oder eben Aschmarkt) die Bezeichnung "Naschmarkt" ein.

1781 findet sich ein erster Eintrag in den offiziellen Büchern der Stadt, damals noch als "Obstmarkt nächst dem Kärntner Tore". 1792 hatte sich der Markt so gut entwickelt, dass er als einer der größten Versorgungsmärkte der Stadt galt. Kein Wunder, denn die Marktordnung hatte nun vorgeschrieben, dass sämtliches Obst und Gemüse, das mit Wagen in die Stadt kam, hier verkauft werden müsse. Im Gegenteil übrigens zu den Waren, die mit dem Schiff Wien erreichten: Sie mussten auf dem "Schanzel" (ursprünglich Gegend vor dem Rotenturmtor am rechten Kanalufer) verkauft werden.

Die Verlegung auf den heutigen Standort konnte erst vorgenommen werden, als der Wienfluss eingewölbt wurde. Auf der 700 Meter langen Einwölbung, die auch die Stadtbahn zwischen der Linken und der Rechten WIenzeile umschließt, entstand nun der heute bekannte Markt (1904).

Heute umfasst der Markt ein 2,3 Hektar großes Areal, das Bild ist von Ständen geprägt, die Otto Wagner entworfen hatte und die 1916 eröffnet wurden. Zwischen 2010 und 2015 fand eine große Sanierung des Marktes statt, sie betraf vor allem die Wasser- und Stromleitungen und die Abwasserregulierung. Die 170 Marktstände durften nicht verändert werden, sie stehen unter Denkmalschutz.

Am Samstag werden die dauerhaften Angebote durch einen Bauernmarkt ergänzt, ebenso ist hier an jedem Samstag ein großer Flohmarkt zu finden.




Quellen

  1. Wiener Geschichtsblätter, Wien Archiv, Tradition und Volksleben, Blatt W06057