Bognergasse 5

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Grund-Information
Bognergasse 5.jpg

Bognergasse 5

Aliasadressen =Bognergasse 5, =Naglergasse 6
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 307, 312, 313, 314 | vor 1821: 334, 340, 341, 342 | vor 1795: 211, 223, 222, 221
Baujahr 1901
Architekt Julius Mayreder


Das Gebäude - Architektur und Geschichte

1901 wurde statt einiger alten Häusern ein Neubau errichtet, dessen Besitzer bis 1951 die Familie Stiebitz war, dann kaufte es die Erste Österreichische Sparkasse.

An der Fassade sind Löwenmasken angebracht, das Treppenhaus ist mit Marmorplatten verkleidet und der Aufzug ist noch original aus der Bauzeit erhalten.

Vorgängerhäuser

Die Vorgängerhäuser und das schwarze Kameel

Haus 307 war auf Seite der Naglergasse, hinter Haus 312, im Jahr 1425 wird der Bauplatz noch als „öder Platz“ beschreiben, schon zwei Jahre später wird ein kleines Häuschen erwähnt. 1807 war der Komponist Josef Meyseder Besitzer, der es 1837 an Franz Galle verkaufte. Ab 1842 gehörte es zum Haus 312, mit dem es auch verbunden wurde.

Die Häuser 314 und 313 wurden im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt (1441), Haus 313 war unter dem Namen „Zu den drei Tirolern“ oder auch „Zu den drei Schweizern“ bekannt.

Haus Stadt 312 bestand aus ehemals zwei Häusern, die bereits um 1450 Bogner besaßen, namentlich erwähnt sind in Urkunden Erhart Fütterer von Retz (1455) und Stefan Leyser (1458). Beide Häuser wurden 1527 vom Maler Hanns Gruntmann erworben, und 1639 zu einem verbaut.

1619 gelangte es in den Besitz des Brünner Handelsmannes Johann Baptist Cameel, der eine Gewürzhandlung einrichtete und mit dem Namen „Zum schwarzen Kameel“ versah (später kam ein gleichnamiges Hausschild hinzu). Cameel hinterließ nach seinem Tod große Schulden, und so wurden das Haus und die beiden danebenstehenden 307 und 311 öffentlich versteigert. Den Zuschlag erhielt damals der Handelsmann Andre Getto, dem auch das Hallweilsche Haus 320 (heute Am Hof 3) gehörte.

Im 19. Jahrhundert war der k.k. Hauptmann Franz Galle Besitzer des Hauses, er war im Jahr 1830 angeblich das erste Cholera-Opfer: Er soll innerhalb von drei Stunden an der Krankheit gestorben sein.

Lokale

Zum schwarzen Kameel

Das Schwarze Kameel

1835 erwarb Joseph Stiebitz, der Besitzer des Schwarzen Kameels, das Haus von der Familie Puchberg und vergrößerte den Wein- und Delikatesshandel um eine Weinstube. Die Wiener Gesellschaft besuchte das Lokal gerne, stadtbekannt war vor allem das Frühstück, Beethoven kaufte hier Wein, Zucker und Kaffee und auch der Maler Ferdinand Georg Waldmüller gehörte zu den Stammgästen.

Das Geschäftshaus Zum schwarzen Kameel war auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes: Der Geschäftsführer und die Angestellten hatten ein spezielles Agreement. 1818 richtete der Chef des Hauses Konten ein, auf denen er die Gehälter der Angestellten einzahlte. Diese konnten damit nicht frei über das Geld verfügen – Bargeld konnte nur nach Freigabe durch den Vorgesetzten erlangt werden. Durch diese Erziehung zur Sparsamkeit konnten sich einige der Angestellten nach 10 bis 20 Jahren sogar selbständig machen. Der Chef mischte sich jedoch auch ins Privatleben seiner Mitarbeiter, die laut Dienstvertrag „Individuen“ genannt wurden: Auch die Eheerlaubnis erteilte nur er.

Das heutige Lokal wurde von Robert Oerley gestaltet. Man sitzt zwischen intarsierten Vertäfelungen, Stuckfriesen mit Schiffen und Weintrauben, einem Marmorkamin und Deckenleuchten aus dem Jahr 1903.

Das alte Gasthausschild, das heute noch an der Front pendelt, stammt aus dem 18. Jahrhundert, das Muttergottes-Gnadenbild ist aus dem Jahr 1726. Die Beletage ist mit stuckierten Decken versehen, besonders erwähnenswert ist der dreistöckige Keller, das Tonnengewölbe wird als Weinkeller genutzt.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Dichters und Komponisten Friedrich August Kanne

Um 1820 wohnte der Dichter und Komponist Friedrich August Kanne im oberen Stock des Hauses 312.

Wohnhaus des Komponisten Josef Mayseder

Josef Mayseder (* 27. Oktober 1789 in Wien; † 21. November 1863, Neuer Markt 15) war ein österreichischer Violinvirtuose und Komponist. Schon als Kind war Mayseder hochbegabt, mit elf Jahren trat er im Rahmen der Augartenkonzerte auf. 1810 wurde er zum Konzertmeister des Hofopernorchesters ernannt, 1835 zum kaiserlichen Kammervirtuosen. Mayseder gilt als Begründer der Wiener Geigerschule und komponierte mehr als 70 Werke. Nach ihm ist die Maysedergasse im 1. Bezirk benannt.



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