Hoher Markt 8-9

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Grund-Information
Judengasse 1.jpg

Judengasse 1/1A

Aliasadressen =Judengasse 1/1A, =Marc-Aurel-Straße 2/2A/2B, =Hoher Markt 8-9
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 510, 511, 512 | vor 1821: 547, 544, 546, 548, 551, 552 | vor 1795: 483, 480, 482, 485, 488, 489, 490, 481, 484, 486, 487
Baujahr 1954-1965
Architekt Hans Muttone und Friedrich Novotny


Der Berghof - Architektur und Geschichte

Das Haus, das heute hier steht, befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Berghofs, der bereits 1323 das erste Mal erwähnt wurde, und - wahrscheinlich fälschlicher Weise - als "Urzelle Wiens" Bekanntheit erreichte. Der Neubau aus dem Jahr 1957 trägt ebenfalls diesen Namen.

Vorgängerhäuser

Haus 510, Berghof 3 (Marc-Aurel-Straße 2B )

Erstmals erwähnt wird das Haus 1439, 1804 wechselte es den Besitzer: der Großhändler Andreas Reichsfreiherr von Felber verkaufte es dem k.k. Generalmajor Toussaint von Bourgeois. Dessen Erben veräußerten das Haus, Käufer war Georg Freiherr von Sina (1839).

Haus 511, Berghof 2 (Hoher Markt 8)

Haus 511 bestand eigentlich aus sieben kleinen Häusern, die zwischen 1323 und 1372 erstmals in Urkunden aufschienen.

Eines davon war das Zunfthaus der Kürschner ("Kürsenhaus"), ein weiteres das der Krämer ("Kramhof"). Haus 511E wurde 1383 von Pfarrer Niclas von St. Marx gekauft, es wurde als Asylhaus für Aussätzige genutzt, die man isolierte. Das Asyl stand unter der Leitung des Lazerusordens. Haus 511A war 1615 bis 1618 in Besitz des Inneren Rats Paul Aigner. [1]

1801 kaufte der Freiherr von Fellner alle Häuschen und ließ stattdessen durch Johann Amann einen Neubau errichten. 1805 verkaufte er das große Haus an den Bankier Georg Simon Sina des Älteren, 1859 ließ ein Nachkomme Sinas, Simon Georg Sina der Jüngere, das Haus abreißen und sich von Theophil Hansen ein Palais errichten. Es wurde im zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört.

Haus 512, Berghof 1 (Hoher Markt 9)

Auf diesem Areal befanden sich einst fünf Häuser, von denen nur eines wirklich interessant ist: das Haus "Zur guten Conradin". Die Benennung erfolgte nach der Witwe Conrads des Hainspekhen (Bäckermeister), sie war Anfang des 15. Jahrhunderts die Besitzerin. Das Haus trug einst eine Inschrift, die über die wundersame Heilung eines siebenjährigen, taubstummen Junge berichtete.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus Ignaz Bendl

In dem Haus wohnte der Bildhauer Ignaz Johann Bendl (* um 1682 vermutlich Pfarrkirchen, † um 1730), der die Reliefs an der Pestsäule geschaffen hatte.

Sagen und Legenden

Der Meisterkoch und sein Söhnlein Relevante Orte: Hoher Markt 8-9
Alterberghof 02.JPG

Einst, als Wien von den Römern als Ruine zurückgelassen wurde, breitete sich in der ehemaligen Siedlung Vindobona ein Birkenwäldchen aus, in dem die späteren Markgrafen sich ein Jagdhaus erbauen ließen. Wegen seiner Lage nannte man es "Hof im Birkenwald", später kurz "Birken-Hof" und schließlich "Berghof", da das Haus auf dem Berg - am Steilabhang zum Donauufer - gelegen war. Mit der Zeit siedelten sich mehr und mehr Jäger und Fischer rund um den Berghof an, bis ein hübscher Stadtteil mit großen Gärten entstanden war.

Zur Zeit Otto des Fröhlichen hatte sich der Berghof schließlich zu einem Ort entwickelt, an dem sich das Volk traf, um Feste zu feiern, zu spielen und zu zechen, man kannte ihn nun als "Volksgarten der vergangenen Jahrhunderte". An einem Abend ging es hier besonders lustig zu.

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Judengasse 1/1A 195702 römisch In den Jahren 1956 und 1957 wurden ein halbrunder Raum mit Sitzbank und Hypokaustum, Estriche und ein Mauerstück gefunden. Dabei handelte es sich um einen Teil des römischen Lagerbades. Auch ein Bronzeplättchen mit Öse und Keramik gehörten zu den Fundstücken.
Hoher Markt 8-9 195801 römisch/Mittelalter/Neuzeit Bei Wasserleitungsarbeiten 1958 wurden römische, mittelalterliche und neuzeitliche Funde geborgen, darunter Mauerwerk, Ziegel, Knochen, Wandverputz, Keramik und Bronze.
Hoher Markt 8-9 197601 römisch/Mittelalter Als die Leitungen der Fernheizung verlegt wurden, stieß man im Zug der Grabungsarbeiten auf eine römische Säulenbasis und einen wahrscheinlich mittelalterlichen Hausbrunnen.



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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 29