Beethovenplatz 1

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Grund-Information
Beethovenplatz akademisches Gymnasium.JPG

Akademisches Gymnasium

Aliasadressen =Beethovenplatz 1, =Kantgasse 5, =Lothringerstraße 9, =Pestalozzigasse 5
Ehem. Konskriptionsnummer 1560
Baujahr 1863
Architekt Friedrich Schmidt, Wilhelm Köllig, Josef Hlavka


Akademisches Gymnasium - Architektur und Geschichte

Das Akademische Gymnasium ist das älteste in Wien, es wurde bereits 1553 gegründet, allerdings in der Bäckerstraße 28. Da immer mehr Schüler in die Schule kamen und die dunklen Raumverhältnisse nicht mehr tragbar waren, regte der damalige Direktor der Schule einen Neubau auf den neu angelegten Plätzen an, die durch den Abriss des Glacis entstanden waren.

Kaiser Franz Joseph I. stellte mit Entschließung von 12. Jänner 1862 den Bauplatz zur Verfügung und beauftragte, mit dem Ziel, einen Repräsentationsbau zu schaffen, den Dombaumeister Friedrich Schmidt mit der Planung und Gestaltung - daher erklärt sich der neugotische Stil. Errichtet wurde das Schulgebäude in Zusammenarbeit mit den Architekten Wilhelm Köllig und Josef Hlavka.

1866 übersiedelte die Schule mit einer feierlichen Eröffnung am 17.Oktober an diese Adresse.

Gestaltet wurde das Haus nach dem Vorbild eines mittelalterlichen Kreuzganghofes mit umlaufenden Arkadengängen. An der Fassade ist das Wappen der Kronländer der Monarchie angebracht. Auch zwei Denkmäler sind im Innenbereich zu sehen: Moses von Vincent Piz und ein Kriegerdenkmal von Joseph Josephu (1936). Die Vorhalle ist mit floraler Dekormalerei von Karl Jobst geschmückt.

Die Raumgestaltung entsprach damals den modernsten Überlegungen, folgende Räume wurden eingeplant:

  • 13 Klassenzimmer und ein Schulhof
  • Zeichen-, Turn-, Naturgeschichts- und Physiksaal
  • Lehrmittelsammlungen
  • Bibliothek mit Leseraum
  • Direktionskanzlei, Konferenzzimmer
  • Prüfungssaal mit Kapelle für den täglichen Schulgottesdienst
  • Direktorswohnung mit eigenem Treppenaufgang und
  • zwei Wohnungen für Schulwarte im Erdgeschoß

In dem Gebäude ist auch der Imperialsaal des Wiener Royal Orchesters (Mozart- und Straß-Konzerte) zu finden.

Kein anders Haus in Wien hat wohl so viele Gedenktafeln, wie dieses Gebäude. Es handelt sich um das Akademische Gymnasium und Tafeln, die an einige der berühmten Absolventen erinnern. Neben den auf den Tafeln erwähnten Persönlichkeiten waren auch Friedrich Heer und Erwin Ringel Schüler des Akademischen Gymnasiums.

Gedenktafeln der Schüler

Das Akademische Gymnasium bezahlten zahlreiche geniale Köpfe. Eine Auswahl erhielt eine Gedenktafel an der Fassade des Schulgebäudes, sie sind hier erfastt:

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Wien Akademisches Gymnasium.jpg Altenberg, Peter

Beer-Hofmann, Richard
Hoffmannsthal, Hugo von
Schnitzler, Arthur

Schüler des akademischen Gymnasiums waren die Dichter

Peter Altenberg (Schriftsteller, 1859 - 1919)
Richard Beer-Hofmann (Schriftsteller, 1866 - 1945)
Hugo von Hoffmannsthal (Schriftsteller, 1874 - 1929)
Arthur Schnitzler (Mediziner, Schriftsteller, 1862 - 1931)
Österreichische Gesellschaft für Literatur

GuentherZ 2007-02-22 2705 Wr Akad Gym Hans Kelsen.jpg Kelsen, Hans, Rechtswissenschaftler Hans Kelsen

1881 - 1973
Schüler des akademischen Gymnasiums 1892 - 1900
Mitgestalter der Bundesverfassung von 1920 und Schöpfer der Reinen Rechtslehre
Hans-Kelsen-Institut und Freunde des Akademischen Gymnasiums

GuentherZ 2007-02-22 2707 Wr Akad Gym Titus Maiorescu.jpg Maiorescu, Titus; Philosoph und Schriftsteller Titus Maiorescu, 1840 - 1919

Philosoph, Schriftsteller,
Außen- und Kulturminister Rumäniens
besuchte das akademische Gymnasium
von 1854 bis 1856

GuentherZ 2007-02-22 2700 Wr Akad Gym Masaryk.jpg Masaryk, Tomas Garrigue; der erste Staatspräsident der CSSR Tomas Garrigue Masaryk

1870 - 1873
Gründer der Tschechoslowakischen Republik, Philosoph
maturierte 1872 am Akademischen Gymnasium
Botschaft der tschechischen Republik
Botschaft der Slowakischen Republik
Verein der Freunde und Förderer des Akademischen Gymnasiums Wien I
Österreichisch-Tschechische Gesellschaft, 2005

GuentherZ 2007-02-22 2703 Wr Akad Gym Meitner.jpg Meitner, Lise; Physikerin Lise Meitner

maturierte 1901 als externe Schülerin am
Akademischen Gymnasium in Wien.
Sie war maßgeblich an der Entdeckung
und Interpretation der Kernspaltung beteiligt

GuentherZ 2007-02-22 2704 Wr Akad Gym Erwin Schroedinger.jpg Schrödinger, Erwin; Physiker Erwin Schrödinger

Nobelpreis für Physik 1933
Schüler des Akademischen Gymnasiums
von 1898 - 1905

GuentherZ 2007-02-22 2702 Wr Akad Gym Franz Schubert.jpg Schubert, Franz; Komponist Franz Schubert

war von 1808 bis 1813 Schüler
des Akademischen Gymnasiums,
damals Bäckerstraße 20.
Österreichische Gesellschaft für Musik
Bundesministerium für Unterricht und Kunst

GuentherZ 2007-02-22 2707 Wr Akad Gym Gedenktafel juedische Schueler und Lehrer.jpg jüdischen Schüler und Lehrer Wir erinnern und an jene

Schüler und Lehrer, die 1938
diese schule verlassen mussten,
weil sie Juden waren

Über Peter Altenberg ist bekannt, dass er die Matura hier nicht bestand - er schrieb einen Aufsatz in dem - für ihn später typischen - Telegrammstil, und fiel glatt bei der Matura durch. Das Thema "Der Einfluss der Neuen Welt auf die Alte" beantwortete er - laut seiner Angabe - mit nur einem einzigen Wort: "Kartoffeln". Altenberg absolvierte die Matura schließlich am Theresianum.

Antifaschistisches Denkmal

Granitplatten der Großen Straße aus Nürnberg
3 Granitplatten aus Nürnberg.jpg

Granitplatten der Großen Straße aus Nürnberg

Adresse Beethovenplatz
Schaffung / Enthüllung 2001
Künstler - Steine aus der Straße

Vor der Schule im Gehsteig sind drei Granitplatten in den Boden eingelassen, sie sind sprechende Zeugen der NS-Zeit. Eine Tafel erklärt, um welch trauriges Geschehen es sich hier handelt:

Die drei Granitplatten stammen
von der großen Straße des
Nationalsozialistischen
Reichsparteitagsgeländes in
Nürnberg.
Sie wurden von
Zwangsarbeitern und
Gefangenen in
Konzentrationslagern bearbeitet
und sind sprechende Zeugen.

Vorgängerhäuser

Am linken Wienflussufer, am Areal des heutigen Gymnasiums, stand einst das "Verbrennhäusel". Hier wurden die nicht mehr gültigen Banknoten, davor noch die Bankozettel, verbrannt.



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