Landesgerichtsstraße 18

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Moritz Ritter von Borkenau (recte Moritz Pollack), * 24. Dezember 1827 Wien, † 20. August 1904 Wien 1, Landesgerichtsstraße 18 (Zentralfriedhof), Großhändler, Industrieller, Gattin (1850) Sofie Bobelle. Als Sohn des Hermann Pollack und der Rosalia Preisach geboren, trat Borkenau nach Besuch des Gymnasiums in das väterliche Geschäft ein und leitete ab 1851 die Firma („Hermann Pollacks Sohn"). Geschäftsverbindungen nach Frankreich und Deutschland verhalfen ihm sehr bald zu wirtschaftlichen Erfolgen. Borkenau wurde 1860 Mitglied der Wiener Handelskammer und Direktor des neugegründeten „Wiener Kaufmannsballs", 1861 Bethausvorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien; im selben Jahr wurde er in den Gemeinderat gewählt, dem er bis 1885 ohne Unterbrechung angehörte. Bereits ab 1858 war er Komiteemitglied, später Vizepräsident der Niederösterreichischen Eskompte-Gesellschaft. Im liberalen Gemeindederat betätigte er sich als versierter Financier vorwiegend als „Finanzreferent" und stand bei den Bürgermeistern Zelinka und Felder in hohem Vertrauen; wiewohl er niemals Obmann der Finanzsektion gewesen ist, nahm er doch auf die Budget- und Finanzprogramm-Kommission entscheidenden Einfluß. Nach einer heftigen Kontroverse mit Ignaz Mandl, der ein Ehrenbeleidigungsprozeß folgte, trat Borkenau aus dem Gemeinderat aus und wurde Direktor der Eskompte- und Girobank, die damals nach den Unterschlagungen Janners einer vertrauenswürdigen Leitung bedurfte. In Anerkennung seiner verschiedenen wohltätigen Stiftungen wurde Pollack am 21. Jänner 1874 mit dem Prädikat „von Borkenau" in den Ritterstand erhoben und nannte sich mit kaiserlicher Genehmigung von 16. Juni 1895 nur mehr „von Borkenau"; er war k.k. Hof- und Kommerzialrat.