Kriminalfall: Marie Bischof – die eifersüchtige Furie

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KRIMINALFALL: Marie Bischof – die eifersüchtige Furie was ist hier zu finden
Verbrechen: Mord

Ein Mord aus unbegründeter Eifersucht


Marie Bischof lernte in der Tanzschule im Jahr 1922 den jungen Goldschmied Franz Lengsfeld kennen. Franz verliebte sich sehr in Marie, und ihn störte auch nicht besonders, als er von ihren „Jugendsünden“, ein paar Diebstählen, erfuhr. Auch die Liebschaften, die sie neben ihm hatte, schienen ihm nichts auszumachen. Marie hingegen war extrem eifersüchtig und ging sogar so weit, dass sie Beobachter auf ihn ansetzte, die die ganze Nacht vor seiner Wohnung warten mussten, um zu bestätigen, dass Franz treu war. Der Gipfel war erreicht, als Franz einmal früher in der Tanzschule war und mit einem anderen Mädchen tanzte, als Marie hereinkam: Sie wurde handgreiflich, zückte sogar ein Messer und musste gewaltsam aus der Tanzschule gebracht werden.

Für den beliebten Goldschmied war dieses Erlebnis peinlich und er entfernte sich immer mehr von Marie. Diese Distanz führte dazu, dass Marie ihm immer wieder in der Öffentlichkeit auflauerte und ihm Szenen machte, sogar mit Mord drohte.

Am Abend des 30. Juni tauchte Marie wieder einmal im Haus ihres Geliebten auf und forderte ihn zu sprechen, doch er verweigerte, aus Angst vor ihr, auf die Straße zu kommen. Da sie laut schrie und immer mehr forderte, er solle zu ihr herunter kommen, überredeten Franz Brüder, denen das Benehmen von Marie schon sehr peinlich war, Franz, doch zu ihr hinunter zu gehen, und diese unangenehme Situation zu beenden. Schließlich gab Franz nach, ging zu ihr hinunter und beschwichtigte sie. Gemeinsam gingen sie noch in ein Gasthaus, dann brachte er sie nach Hause in ihre Wohnung in der Haslingergasse 9 und half ihr, das schwere Haustor aufzusperren. Auf diesen Moment schien Marie gewartet zu haben: Sie zog eine Pistole aus der Handtasche und schoss einige Schüsse auf Franz ab. Als Franz auf der Straße zusammenbrach, kniete sie sich neben ihn und feuerte aus nächster Nähe den letzten Schuss in seinen Kopf. Passanten, die herbeigeeilt waren, zerrten die Rasende von ihrem Opfer weg, Franz wurde schnellstens ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz später starb.

Marie Bischof kam natürlich vor Gericht, die Verteidigung überzeugte jedoch derart, dass an der Vorsätzlichkeit gezweifelt wurde, und sie nur für 5 Jahre wegen Totschlags arrestiert wurde, was laut der damaligen Berichterstattung „nicht streng, aber dafür ungerecht“ gewesen sei. [1]



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Quellen

  1. Harald Seyrl: Tatort Wien, 2. Band, die Zeit von 1925 – 1944, 1. Ausgabe, S. 246