Kriminalfall: Die Verschwörung im Spiegelhaus

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KRIMINALFALL: Die Verschwörung im Spiegelhaus was ist hier zu finden
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Verbrechen: Verrat und Verschwörung.

Der Bürgermeister Wolfgang Holzer wurde im 15. Jahrhundert wegen Verschwörung hingerichtet


Unter den Spiegelhaus-Besitzern in der Seilergasse 1 war (ab 1456) auch Wolfgang Holzer, Sohn eines Ochsenhändlers und selbst Viehhändler mit starkem Streben nach einer politischen Laufbahn.

Durch seine Redekunst und der manipulierenden, skrupellosen Art erlangte er tatsächlich politische Ämter, schließlich wurde er durch seine Nähe zu Erzherzog Albrecht VI. sogar Bürgermeister. Als zwischen dem Erzherzog und seinem Bruder Kaiser Friedrich III. ein Streit ausbrach, stellte er sich auf Albrechts Seite, war sogar der Befehlshaber der Wiener Belagerung auf der Burg des Kaisers.

Als dann die Wiener immer mehr zur Seite des Kaisers rückten, zögerte er keine Sekunde – und wechselte aus Angst um seine Besitztümer die Seiten: Für 6.000 Gulden und die Belehnung von Eisenstadt sollte er Albrecht seinem kaiserlichen Bruder ausliefern. Holzer lud daher 1463 den kaiserlichen Vertrauten Georg von Schönberg und zahlreiche Stadträte und Bürger in sein Spiegelhaus ein, um sie dazu zu bewegen, den vor der Stadt lauernden Kaiser mit seinem Heer ungehindert in die Stadt einzulassen.

Zwei der geladenen Gäste, Liebhart und Stark, verrieten Albrecht jedoch den verräterischen Plan. Als der Kaiser am Morgen durch die geöffneten Tore in die Stadt einmarschierte, ließ Albrecht Sturm läuten und die feindlichen Soldaten gefangen nehmen. Der Verrat war missglückt, Holzer flüchtete sofort.

Als Winzer verkleidet wurde er jedoch bei Nussdorf gefasst und nach Wien zurückgebracht, die Wiener Bevölkerung, die ihn einst so verehrt hatte, verlangte nun seinen Tod. Der rachsüchtige Albrecht ließ Holzer Vierteilen, seine Körperteile wurden vor den Stadttoren aufgehängt.

Nur sein Kopf wurde der Bevölkerung zur Plünderung überlassen.



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