Kriminalfall: Die Raubmörder Thomas Sik und Julius Zavzalek

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KRIMINALFALL: Die Raubmörder Thomas Sik und Julius Zavzalek was ist hier zu finden
Thomas Sik und Julius Zavzalek.jpg
Verbrechen: Raubmord

Mord wegen 21 Kreuzern


Am 24.Juli 1884 kurz nach Mitternacht bremste der Eillastzug, der von Wien nach Machegg unterwegs war, plötzlich ab: auf den Gleisen hatte der Lokführer im trüben Licht in der Nähe von Gänserndorf eine Gestalt gesehen. Er konnte den Zug rechtzeitig bremsen und fand eine Leiche, die bereits von einem zuvor fahrenden Zug zerteilt worden war.

Der anfängliche Verdacht, es handle sich um einen Selbstmörder wurde von der Wiener Gerichtsmedizin nicht bestätigt, die Obduktion hatte eindeutig festgestellt, dass der Mann erstochen worden war. Gleichzeitig hatten Mitarbeiter der Bahn Schleifspuren gefunden, die in einen Föhrenwald führten.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben dann, dass der Tote Franz Krca war, der gerade am Weg von Wien in seine Heimat in Böhmen war. In einem Gasthaus lernte er zwei Taglöhner kennen, mit denen er tüchtig trank und denn er erzählte, er wolle nach Amerika auswandern. Die beiden Zechkumpane vermuteten also, Krca hätte das Geld für die Auswanderung bei sich und schmiedenden einen Mordkomplott um an das Geld heranzukommen. Im nächtlichen Föhrenwald setzen sie diesen Plan um.

Die beiden namens Thomas Sik und Julius Zavzalek fanden nur geringe Beute. Nämlich 21 Kreuzer. Sie bekamen es mit der Angst zu tun und kamen auf die Idee, den Mord als Selbstmord zu tarnen, in dem sie den Toten auf die Gleise der Bahn legten.

Noch am selben Tag (am 24.7.) wurden die beiden verhaftet – ihre blutige Kleidung hatten sie immer noch an. Sie wurden beide als Mörder verurteilt, Sik wurde zum Tode verurteilt, Zavzalek, der noch sehr jugendlich war, bekam 18 Jahre Gefängnisstrafe. [1]



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Quellen

  1. Max Edelbacher, Harald Seyrl: Wiener Kriminalchronik, 1. Auflage, Wien, 1993, S. 61