Kriminalfall: Der Fälscher Peter von Bohr

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KRIMINALFALL: Der Fälscher Peter von Bohr was ist hier zu finden
Fälschung einer Banknote zu 500 Gulden hergestellt von Peter Ritter von Bohr.jpg
Verbrechen: Geldfälschung

Um seiner Frau ein gutes Leben zu ermöglichen, wird ein angesehener Mann zum Fälscher


Peter Ritter von Bohr (auch "Boor", * 30. Juni 1773 in Luxemburg; † 15. Oktober 1847 im Leopoldstädter Strafhaus) war Maler, Erfinder und Unternehmer. Durch den Handel mit Armeegütern aber auch durch Diskont- und Wechselgeschäfte kam er zu einem beachtlichen Vermögen, das er in einige Unternehmungen investierte. So war er Mitbegründer der DDSG, des Polytechnischen Institutes in Wien oder der Nationalbank, er betätigte sich auch als Finanzier der Ersten Österreichischen Spar-Casse.

1841 entwarf der Biedermeiermaler Peter Fendi neue Banknoten, die durch das neue Oldham'sche Stahlstichverfahren als fälschungssicher galten.

Der aus Luxemburg stammende Peter von Bohr war ein begabter Zeichner und Porträtmaler, der es bald zu Ansehen und Vermögen brachte. Dieses investierte er in technische Erfindungen und in Projekte, die der Allgemeinheit zugute kamen. Er gründete mit zwei Partnern die „Erste Österreichische Sparcasse“ der er jahrelang als Kurator vorstand, war Mitbegründer der Nationalbank, des Polytechnikums und Initiator und Mitbegründer der“Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“. Als technischer Direktor fuhr er mit dem ersten Dampfschiff „Franz I.“, dessen Bau er veranlasst hatte, 27 Mal von Wien nach Pest. Aber das Unternehmen brachte erst nach seinem Tod Gewinn. Er wurde in den Konkurs des Grafen Rosenberg hineingezogen, wovon er sich finanziell nicht mehr erholte und selbst in Konkurs gehen musste.

Zum Fälscher wurde er als halb blinder alter Mann, um seiner zweiten Gattin Mathilde, geborener Gräfin Cristallnik, ein Leben in Armut zu ersparen.

Bei einer Revision wurden im August 1845 falsche Geldschein zu 10 und 100 Gulden in der Nationalbank entdeckt, die so gut waren, dass nur ein großer Künstler mit technischen Möglichkeiten sie hergestellt haben konnte. Der Kriminalkommissär Max von Felsenthal wurde mit dem Fall betraut und verdächtigte bald Bohr. Bei der Hausdurchsuchung in Meidling wurde eine regelrechte Fälscherwerkstatt entdeckt und das Ehepaar Bohr verhaftet. Am 23. März 1846 wurden beide zum Tod verurteilt, die Strafe aber durch ein Hofdekret bei Herrn Bohr auf 10 Jahre und bei seiner Frau auf 2 Jahre schweren Kerkers herabgesetzt. Bohr starb schon am 15. Oktober 1847 und wurde in seiner Gruft in Kottingbrunn beigesetzt. Durch einen Gnadenakt Kaiser Ferdinand I. (reg. 1835 - 1848) wurde Mathilde von Bohr am 2. November 1847 aus dem Gefängnis entlassen und lebte zurückgezogen bis zu ihrem Tod in der Nähe von Wien. [1]


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Quellen

  1. Anna Ehrlich: Hexen, Mörder, Henker - Die Kriminalgeschichte Österreichs, Ausgabe 2006, S. 178. ISBN 3-85002-549-7