Kohlmarkt 14

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Grund-Information
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Kohlmarkt 14

Aliasadressen =Kohlmarkt 14
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 257 | vor 1821: 268 | vor 1795: 139
Baujahr 1791, Keller: 13. Jhdt.
Architekt unbekannt


Das ehem. Palais Blankenstein - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1791 auf einem Keller aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Ein großer Umbau fand 1919 statt.

Seit 1855 besaß die Familie Demel das Haus, die 1899 die Konditorei hier eröffneten.

Vorgängerhaus

1377 scheint das Haus erstmals auf, 1560 sein Name "zum schwarzen Adler". [1] 1614 gehörte das Haus Andre Pfeiffer, der es einer Messstiftung überließ. 1728 kamen die Brüder Maximilian Ernst und Franz Raimund Grafen von Gurland durch Erbschaft in Besitz des Hauses, die durch eine Epidemie 1736 starben. Der Neffe, der zum Erbe kam, Leopold Graf von Schallenberg, verkaufte das Haus 1755 an Crescentia Gräfin von Montecuccoli.

k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel

Die Zuckerbäckerei wurde 1786 gegründet, hundert Jahre später kaufte sie der damalige Geselle Christoph Demel.

Bis 1993 erzeugte man hier noch eigene Schokolade. Nachdem jedoch jährlich 18 Tonnen von dieser Delikatesse verkauft werden, wurde die Produktion ausgelagert. Nun wird nach dem Rezept Demels in Deutschland produziert.

Der Keller des Demels

1994 kaufte die Raiffeisen Bank den Demel und entschloss sich zu einer Renovierung. Dabei wurde ein zweites Kellergeschoss entdeckt, unter dem man auf römische Mauern und eine Zisterne stieß.

Der erste Keller besitzt einen Verbindungsgang zum Loos-Haus und zur Hofburg, der dazu gedient hatte, die Süßigkeiten direkt ins Kaiserhaus zu liefern. Kaiserin Elisabeth liebte zum Beispiel das Veilchenkonfekt vom Demel. Der Gang führt weiter zum Burgtheater, der jeweils jüngste Kellner, der Piccolo, musste in den Pausen der Aufführungen Gefrorenes in die Logen der Adeligen bringen.

Das Demel-Museum

Der Keller wird vom Hofzuckerbäcker genutzt, hier befindet sich das Demel-Museum, eine Sammlung von Marzipan-Dekorationen und Backfomen. Man sieht auch die römische Wasserleitung, die quer durch den Raum führt und in einer Wand verschwindet und eine römische Säule, die quergelegt wurde und als Fundament für den Hauskanal dient.

Im Zweiten Unterkeller befindet sich die nichtzugängliche Backstube, dahinter ein römischer Brunnen, der leider auch nicht besichtigbar ist.

Der Fall Lucona

Udo Proksch und der ehemalige Autoverkäufer Hans Peter Daimler hatten am 23.1.1977 den Frachter Lucona gesprengt, um die wertvolle Ladung (einer Uranerz-Aufbereitungsanlage) im Wert von 31 Millionen Schweizer Franken von der Versicherung zu kassieren. Der Versicherungsbetrug war schon lange geplant gewesen, die Pläne dazu waren hier, in der Konditorei von Udo Proksch, geschmiedet worden. Die wertvolle Anlage, die in Italien (im Hafen Chioggia) geladen wurde und nach Hongkong gebracht werden sollte, war in Wirklichkeit ein Teil einer alten Maschine eines Kohlebergwerks. Im vorderen Laderaum waren jedoch bis zu 600 Kilo Sprengstoff geladen gewesen, die per Zeituhr gezündet worden waren.

Als der Frachter im Indischen Ozean versank, starben sechs der 12 Besatzungsmitglieder. Damit waren die Täter nicht nur wegen des Betrugs sondern auch wegen sechsfachem Mord angeklagt gewesen. Proksch wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, 2001 starb er an den Folgen einer Herz-Operation. Durch die Affäre in Misskredit gebracht, traten damals einige Politiker zurück, wie der Bürgermeister Leopold Gratz und Innenminister Karl Blecha.



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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 18