Kleeblattgasse 5

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Grund-Information
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Kleeblattgasse 5

Aliasadressen =Kleeblattgasse 5
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 432 | vor 1821: 465 | vor 1795: 257
Baujahr 17. Jahrhundert, Umbau 1794
Architekt unbekannt


Das Haus, kleines Ofenloch - Architektur und Geschichte

Das Haus Nummer 5 ist im Kern noch aus dem 17. Jahrhundert und ist nach einem (ursprünglich jüdischen) Badehaus benannt, das seit dem 14. Jahrhundert (1339 wird der Verkauf erwähnt) bestand. Die Badestube hieß „Zu den Röhren“ oder auch „Zum kleinen Ofenloch“. Unter Ofenloch verstand man im 15. und 16. Jahrhundert die Feuerstelle der Schmiede, es kann also angenommen werden, dass zumindest zwei Vertreter dieser Zunft hier angesiedelt waren. Nach ihnen wurde die Gegend zeitweise auch als „Ofenluke“ bezeichnet. „Zu den Röhren“ weist auf eine alte römische Wasserleitung hin, die unterhalb der Steindlgasse (heute Tuchlaubenhof) verlief. Die Badestube wurde mit Wasser aus dieser römischen Leitung gespeist.

Bis 1421 gehörten die Häuser Kleeblattgasse 5 und 9 noch zur Judenstadt und waren nur über die Kurrentgasse zugänglich. Wie alle anderen Häuser beschlagnahmte Albrecht V. diese Gebäude, verschenkte oder verkaufte sie. Die Badestube verkaufte er 1431.

Badestuben, Grabennymphen und Mozart

Badestuben wurden nicht nur zur Säuberung genutzt, sie waren auch für andere Annehmlichkeiten bekannt. Mitte des 16. Jahrhunderts stellten die kirchlichen Obrigkeiten das sinnliche Treiben unter dem Deckmantel der fehlenden Hygiene jedoch ein. Mitte des 17. Jahrhunderts entstand hier ein „Unzuchtshaus“ (auch „Luderhaus“), und trotz zahlreicher Versuche der von Maria-Theresia ins Leben gerufenen „Keuschheits-Commission“ trieben die „Grabennymphen“ ihr Handwerk weiter.

Eine davon, Regina, soll besonders Mozart den Hof gemacht haben.



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