Kleeblattgasse 1-3

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Grund-Information
Apotheke Weisser Storch.JPG

Kleeblattgasse 1-3

Aliasadressen =Kleeblattgasse 1-3, =Tuchlauben 9, =Steindlgasse 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 430, 431 | vor 1821: 463, 464 | vor 1795: 252
Baujahr 1661-1662
Architekt unbekannt


Das Haus "Zum Mohren" - Architektur und Geschichte

Stich von Salomon Kleiner

Das Haus „Zum Mohren“ wurde um 1661 erbaut. In Richtung der Tuchlauben ist noch die barocke Giebelfront zu sehen.

Anstelle des heutigen Gebäudes waren zwei Häuser zu finden: Das Eckhaus Stadt 431 (bereits 1368 urkundlich erwähnt) und das Haus Stadt 430. Letzteres wurde ebenfalls schon 1368 erwähnt, 1515 ist nachgewiesen, dass es durch ein Erbe an Hanns Mangelhaimer und seine Tochter Margarete fiel. Margarete war mit einem Apotheker, Ulrich Kuckh, verheiratet.

Ulrich Kuckh, der Apotheker

Der weiße Storch

Ulrich Kuckh wird 1499 erstmals erwähnt und wird ab 1512 in unterschiedlichen öffentlichen Ämtern wiedergefunden (Ratsherr, Stadtrichter). Kuckhs Apotheke befand sich am Graben, er besaß die Häuser auf diesem Areal. Sein Wappen war ein schräg geteiltes Schild, in jedem sich daraus ergebenden Feld fand sich ein dreiblättriges Kleeblatt in unterschiedlichen Farben.

Weitere Geschehnisse um das Haus

1695 werden als Besitzer Franz Anton Wagele und seine Frau Maria Theresia erwähnt, die in zweiter Ehe mit Hof- und Ministerialrat Georg von Schwandtner verheiratet war – beide haben in der Peterskirche ein Denkmal – wahrscheinlich, weil sie ihre Häuser an die Peterskirche vermachten.

In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1809 brannte das Haus 431 während der Franzosenbelagerung ab, wurde jedoch wieder aufgebaut. [1]

Der weiße Storch und der Apotheker Moll

Apotheke im Originalzustand

Ab 1870 war Dr. August Moll Besitzer, der ein großes Haus errichten ließ. Moll war der Apotheker des „Weißen Storchen“, eine Apotheke, die bereits 1560 gegründet worden war. Moll ließ sein Geschäft von der Tuchlauben 8 hierher verlegen. Da es zu der Zeit üblich war, Häuser nach ihren Hauszeichen zu benennen, wurde aus diesem das Haus „Zum weißen Storch“, zumal der Storch als Glücksbringer galt. Die Apotheke hatte Moll durch Heirat mit einer Apotheker-Witwe erhalten. Moll war der Erfinder von „Molls Seidlitz Pulver“ (sollte gut für den Darm sein) und des Franzbrandtweins, der auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt wurde – und damit wurde er auch k.u.k. Hoflieferant. Die Inneneinrichtung ist noch Original aus dem 19. Jahrhundert.

Der Zweite Weltkrieg

Das Haus erlitt am 10.9.1944 zwei Treffer mit Bomben. Die erste schlug ins Dach ein, wodurch das letzte Stockwerk nahezu verschwand. Die zweite Bombe traf auf Seite der Steindlgasse Teile des 2. und 3. Stocks. Auch im April 1945 schlugen Granaten hier ein, wobei auch die Apotheke beschädigt wurde. Das Haus wurde wieder aufgebaut, die Apotheke konnte rasch wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Musikforschers Carl Ferdinand Pohl

In Haus Nummer 3 wohnte Carl Ferdinand Pohl (6.9.1819-28.4.1887), der Musikforscher. Ab 1866 war er der Archivar der Gesellschaft für Musikfreunde, und schrieb Bücher über Haydn und Mozart („Mozart und Haydn in London“ und eine Haydn-Biographie).



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Quellen

  1. Carl August Schimmer, Ausführliche Häuser-Chronik der Innern Stadt Wien, mit einer geschichtl. Uebersicht sämmtlicher Vorstädte und ihrer merkwürdigsten Gebäude. Wien, Kuppitsch 1849. S. 85