Rabensteig 5

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Grund-Information
Haus-Seitenstettengasse 5-01.jpg

Rabensteig 5

Aliasadressen =Rabensteig 5, =Seitenstettengasse 5, =Katzensteig 2, =Ruprechtsplatz 3
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 464, 465 | vor 1821: 498, 499 | vor 1795: 475, 659
Baujahr 1825/1827
Architekt Joseph Georg Kornhäusel


Großer Seitenstettner Hof - Architektur und Geschichte

Großer Seitenstettner Hof

Errichtet wurde der „Große Seitenstettenhof“ 1825 bis 1827 auf Seite der Seitenstettengasse, der „Kleine Seitenstettenhof“ (ehemals Stadt 466 und 467) auf der, der Donau zugewendeten, Seite (ehemals Katzensteig bzw. Kohlmessergasse).

Im 9. Stockwerk befindet sich eine Hauskapelle, die Dreifaltigkeitskapelle.

Fresko in der Toreinfahrt

In der Toreinfahrt sind Fresken, die im Auftrag des Stiftes vom Maler Franz Gruss nach alten Stichen gemalt wurden um die Geschichte des Anwesens darstellen, zu sehen.

Am 12.3.1945 riss ein Bombentreffer einen gewaltigen Riss ins Haus, der dritte und vierte Stock war nahezu zerstört. Eine siebzigjährige Frau, die gerade in der Küche arbeitete, wurde dabei getötet. Durch die Druckwelle einer im Haus gegenüber einschlagenden Kettenbombe wurden auch das Haustor und die Fenster zerstört. Im Mai 1946 waren die Herstellungsarbeiten abgeschlossen.

Vorgängerhäuser

Ehemaliger Gamingerhof, auch Strohhof

"Hier stand bis 1825 der 1608/09 erbaute Gaminger "Frey-Hof""

Im Mittelalter standen hier drei kleine Häuser, die gemeinsam den "Strohhof" bildeten und der Familie Würffel gehörten. Im Andenken an ihren Vater Albrecht II. kauften die Brüder Albrecht III. und Leopold III. das Anwesen der Ratsbürgerfamilie am 4.5.1373 ab, um es der Kartause Gaming ("Conventus in Gemnich") zu schenken. Das Areal reichte damals vom Katzensteigertor bis zum Chor von St. Ruprecht. Die Kartause lies bald ein neues großes Gebäude, den Gaminger Hof (Stadt 464), anstelle der kleinen Häuser erbauen, das sie mit dem Pempflingerhof durch einen Schwibbogen verband. Auch eine Kapelle wurde eingebaut, die dem Ordensstifter Bruno von Köln gewidmet wurde ("Brunokapelle", 1372-1782).

Ein großzügiger Umbau erfolgte (siehe Tafel am Haus) in den Jahren 1698/99.

1782 erließ Kaiser Joseph II. ein Dekret, dass die Kartäuser (wie alle anderen Klöster) als Orden aufgelassen seien, ihre Besitztümer fielen in den staatlichen Religionsfonds. Die Benediktiner des Stiftes Seitenstetten kauften das Anwesen und ließen Kornhäusel das heutige Haus darauf errichten. Beim Abriss des Hauses kamen zahlreiche Funde aus der Römerzeit zu Tage.

Das zweite Haus, das ehemals hier stand (Stadt 465), wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt und zum Bau des großen Hofs an das Stift Seitenstätten verkauft.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Bürgermeisters Anton Lumpert

Anton Lumpert (* 13. November 1757, Tirol † 10. April 1837 ebenhier, begraben am St. Marxer Friedhof, Reihe 24 links) sollte eigentlich Priester werden. Er entschied sich nach Absolvierung des Gymnasiums jedoch für das Studium der Rechtswissenschaften und begann seine Karriere unter Joseph II. beim Magistrat. Nach einigen Jahren im Amt des Vizebürgermeisters wurde er am 9. Dezember 1823 zum Bürgermeister Wiens ernannt.

In seiner Amtszeit häuften sich Katastrophen, wie Überschwemmungen und eine Choleraepidemie (1830-1832), auf die er mit dem Bau des Wienflusskanals reagierte. Da die Probleme jedoch nicht abnahmen, schickte ihn Kaiser Franz I. 1834 vorzeitig in Pension.

Wohn- und Sterbehaus des Schriftstellers Christoph Kuffner

Christoph Kuffner (* 28. Juni 1777 Wien, † 7. November 1846, ebenhier) genoss das Privileg, schon im Haus seines Vaters berühmte Persönlichkeiten kennenzulernen, unter ihnen Mozart und Haydn. der hauptberufliche Beamte (Staatsratskonzipist) schrieb schon früh Gedichte, die in der Bevölkerung gut aufgenommen wurden und ihn bald zum beliebtesten Dichter des Biedermeiers machten. Haydn beauftragte ihn mit der Vertextung des Oratoriums "Die vier letzten Dinge", ein Gedichtband aus dem Jahr 1840 ist hier abrufbar: Gedichte von Chr. Kuffner, Wien 1840

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Seitenstettengasse 5 195601 Mittelalter/Neuzeit Im Jahr 1956 kamen im Zuge eines Hofumbaus mittelalterliche und frühneuzeitliche Keramikfragmente und Ziegel zum Vorschein.

Lokale

Als Hotspot des Bermudadreiecks befinden sich hier zahlreiche bekannte und gut frequentierte Lokale.

Darunter das "First Floor"[1], eine Cocktailbar, die jeden Tag geöffnet hat. Sie wurde in den Räumen einer ehemaligen Schneiderei untergebracht. Die Einrichtung der Bar wurde einer anderen Bar entnommen, der "Mounier Bar" in der Kärntner Straße. Die Tische und die Mahagoniverkleidung an der Fensterfront stammen aus den 30-er Jahren. [2]

Ebenfalls zu finden sind hier das "Vienna Gnadenlos" (in dem alle Cocktails am Dienstag 5,5 Euro kosten)[3] oder das schon ewig bestehende "Kaktus" [4]. Kubanische Cocktails gibt's auch noch im Ron Con Soda[5], am legendärsten ist aber wohl der Rote Engel, der schon seit 1981 Live-Musik und gute Stimmung bietet.[6]



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Quellen