Himmelpfortgasse 4

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Grund-Information
PC Haus.png

Kärntner Straße 29-33

Aliasadressen =Himmelpfortgasse 4, =Kärntner Straße 29-33, =Johannesgasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 967, 968, 969 | vor 1821: 1025, 1026, 1027 | vor 1795: 993, 994, 995
Baujahr 2009-2011
Architekt PORR


Das Peek & Cloppenburg-Haus, „Zum goldenen Greifen", ehem. Erweiterung des Finanzministeriums - Architektur und Geschichte

Das heute hier stehende Gebäude wurde 2009 durch die PORR errichtet. Es ersetzt die ehemaligen Nachkriegsbauten 29, 31 und 33 und wurde für die P&C-Gruppe Düsseldorf erbaut.

Vorgängerhäuser

Die drei zuvor hier stehenden Häuser waren dem zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen. Haus 29 wurde im April 1945 von einer Bombe getroffen worden, die Zerstörung war Anlass zu Plünderungen, dabei wurde ein Feuer gelegt, das dafür sorgte, dass zwei der drei Häuser nahezu restlos abbrannten

Haus Nummer 29 war ehemals ein Gebäude, das 1959 von Wörle und Fellerer erbaut worden war. Es war ein Teil des Bundesministeriums für Finanzen.

Zum goldenen Greif

Haus 31 war um 1700 eines der vornehmsten Wiener Gasthäuser, der "Goldene Greif". 1807 wurde der Hof in "Zum Erzherzog Karl" umbenannt. Der Gasthof gilt als Erfinder des Brunch, denn hier wurde erstmals ein "Gabelfrühstück", also zwischen 10 und 12 Uhr ein "Déjeuner à la Fourchette" serviert. Zu den Gästen zählten Franz Grillparzer, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Moritz Michael Daffinger.

Das Hotel gab es bis 1945.

Bis zum Brand, der durch die Plünderer gelegt worden war, befand sich in dem Haus auch ein bekanntes Feinkostgeschäft, Köberl & Pientok

Haus 33, Fleischhof und Beethoven

Ecke Johannesgasse trug das Haus eigentlich die Nummer Kärntner Straße 33, es ist heute Teil des Hauses 29. Dieses Gebäude wurde 1949 durch Schüssler und Schilhak erbaut. An Stelle dieses Hauses befand sich bis Ende des 15. Jahrhunderts der Fleischhof.

1824 war der vierte Stock des Gebäudes einer der zahlreichen Wohnsitze Beethovens. Er wohnte hier, bereits taub geworden, mit seiner Haushälterin und seinem Neffen und nervte die Nachbarn, da er auf sein Piano einen Klangverstärkungs-Trichter montiert hatte, um seine eigene Musik hören zu können. Das war schließlich auch der Grund für die Kündigung seines Mietverhältnisses.

Als 1906 das alte Haus abgerissen wurde, tauchte an der Feuermauer des Hauses Johannesgasse 3 ein Fresko aus dem 16. Jahrhundert auf.

Cabaret Fledermaus

Bereits im Oktober 1907 eröffnete hier ein Kabarett - es war prunkvoll von Klimt, Josef Hoffmann und Oskar Kokoschka ausgestattet worden. Unter der künstlerischen Leitung von Marc Henry, Egon Friedell oder Leo Ascher erhielten Künstler die Möglichkeit, hier ihre Werke aufzuführen. Darunter waren Kokoschkas Erstlingsdrama "Sphinx und Strohmann. Komödie für Automaten", das am 29. März 1909 im Cabaret Fledermaus uraufgeführt wurde, oder auch der Sketch "Goethe" von Alfred Polgar und Egon Friedell.

Schon 10 Jahre später, 1917 schloss das Cabaret Fledermaus - es wurde von Oskar Bronner später - nach dem Zweiten Weltkrieg - nun in der Spiegelgasse 2 wiedereröffnet.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Dichters Theodor Berling

Theodor Berling (* 10. November 1776 Malmö, Schweden, † 18. Februar 1826, ebenhier) war Dichter und nicht sehr erfolgreicher Schauspieler. Nachdem er in Breslau gespielt hatte, kam er nach Wien und erhielt im Burgtheater nur eine Anstellung als Souffleur. Er bearbeitete den "Nathan" von Lessing, damit er "spielfähig" wurde (der Zensur entkam) und leitete ab 1819 die Theaterzeitung.

Wohn- und Sterbehaus des Malers Pierre Benevault

Auch der Maler Pierre Benevault (auch: Benevauct, Benevoux, Benevva, * 1685, † 8. Juni 1767 ebenhier) wohnte und starb in diesem Haus. Zu seinen Werken zählen die Gestaltung des Tafelzimmers im Schloss Schönbrunn (1752) und die Porträts von Karl VI., Erzherzog Leopold, Erzherzog Karl und Erzherzog Joseph, die alle im Belvedere ausgestellt sind.



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Quellen