Desider-Friedmann-Platz 2

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Grund-Information
Friedmannplatz2.jpg

Desider-Friedmann-Platz 2

Aliasadressen =Desider-Friedmann-Platz 2, =Judengasse 8
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 496, 497, 498, 499 | vor 1821: 530, 531, 532, 533 | vor 1795: 497, 496, 498, 499
Baujahr 1844
Architekt Carl Högl


Das Haus - Architektur und Geschichte

Hier steht ein fünfstöckiges frühhistorisches Gebäude, das 1844 von Carl Högl erbaut wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Haus beschlagnahmt und 1947 zurück erstattet.

1990 wurde das Haus vom Hotel, das sich heute hier befindet, innen komplettsaniert.

Vorgängerhaus

1356 wird der als Besitzer dieses Hauses der Bürgermeister Haunold Schuchler erwähnt. Schon zuvor, nämlich 1295, verkauften die Nonnen, denen der Hof gehörte, das Anwesen an Heinrich von der Neisse, der 1308 und 1310 Wiens Bürgermeister war.

Verschwundene Häuser

Ein Teil des Areal - eigentlich wäre die Adresse heute "Judengasse 10-12 - wurde vom "Dreifaltigkeitshof" mit einer Kapelle eingenommen.

Damals wurde das Haus als stattliches Anwesen beschrieben, es beherbergte nicht nur einen Garten sondern auch eine Presse, ein Backhaus und einen Weinkeller. Im Jahr 1345 sind als Besitzer die "Chrannester" (später Kronester) genannt, die sich das Haus zu Dritt teilten. [1]

Zu der Kapelle finden sich unterschiedliche Angaben, erwähnt wird, dass sie ein Wiener Bürger namens "Zwick" 1326 erbauen ließ, aber auch, dass sie vielleicht schon im Jahr 1204 im Hof des Kämmerers Gottfried errichtet wurde. Es handelte sich dabei um eine zweijochige Kapelle, die über eine enge Wendeltreppe erreicht wurde. 1730 wurde die Kapelle von Franz Stark, dem neuen Besitzer des Hofes, barockisiert, nun ragte ein Kapellenerker in die Judengasse. Zwölf Ordenspriester verwalteten die Kapelle damals, jeden Abend musste einer dieser Brüder vor der Pestsäule am Graben eine Predigt halten. 1782, durch die Reform von Joseph II., wurde die Kapelle profaniert und zu Wohnräumen umgebaut.

Im 19. Jahrhundert gehörten zwei Drittel des Dreifaltigkeitshofes dem Architekten Karl Högl, 1877 erwarb die Kultusgemeinde einen Teil des Hauses. Der Hof wurde 1910 abgerissen.



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Quellen

  1. Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze Wiens und ihre historisch interessanten Häuser. Gottlieb, Wien, 1883. S. 500