Bräunerstraße 2

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Grund-Information
Grabenhof Otto Wagner 2.JPG

Thienemannhof, Grabenhof, Bräunerstraße 2

Aliasadressen =Bräunerstraße 2, =Graben 14-15, =Habsburgergasse 1-1a
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1133, 1134 | vor 1821: 1200, 1201 | vor 1795: 1162, 1163
Baujahr 1873
Architekt Otto Thienemann und Otto Wagner


Der Grabenhof, ehemals Thienemannhof - Architektur und Geschichte

Das Gebäude, früher auch Thienemannhof genannt, wurde 1873 von Otto Thienemann und Otto Wagner erbaut. Das denkmalgeschützte Haus (heute: Grabenhof) gehört der Österreichischen Beamtenversicherung, und wird seit 1991 für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Im schlichten Innenhof verlaufen verglaste Pawlatschen.

Eine besondere innenarchitektonische Besonderheit, das Lokal des Modegeschäftes „Hello“, das 1935 durch Rudolf Baumfeld und Norbert Schlesinger gestaltet worden war, ist leider nicht mehr erhalten.

Vorgängerhäuser

Vor dem heutigen Gebäude befanden sich hier zwei Häuser:

Zum Goldenen Kopf

Das erste war das Haus „Zum Goldenen Kopf“, auch „Haffnersches Haus“ mit der Barbarakapelle. Das Haus gehörte 1422 dem aus Oberösterreich stammendem Erhard Griesser (Kaufmann und Wiener Ratsherr), der die Hauskapelle errichten ließ.

Die Barbarakapelle

Zwischen 1433 und 1784 befand sich hier eine Hauskapelle, die der Heiligen Barbara geweiht war. Stifter der Kapelle war der Ratsherr Erhart Griesser. 1443 vermachte er sein Schloss in Altmannsdorf den Beschuhten Augustinern, als Gegenleistung mussten diese täglich in der Kapelle für ihn und seine Frau eine Messe lesen.

Die Erfindung des Schanigartens

Eine Besonderheit gibt es noch: Hier wurde – im Café Taroni – 1748 der Schanigarten erfunden. Bereits im 18. Jahrhundert hat der Kaffeesieder Giovanni Taroni Tische und Stühle vor sein Café am Graben gestellt, um dem Gästen die Möglichkeit zu geben, ihren Kaffee oder ihre Getränke im Freien einzunehmen. Die Einführung Taronis war ein voller Erfolg. Innerhalb von wenigen Jahren ahmten die meisten Kaffeesieder den "Garten" ihrer Kollegen nach.

Woher der Name „Schanigarten“ kommt, ist nicht ganz geklärt. Es gibt jedoch dazu eine Anekdote: Schani ist die Verballhornung von Gianni (von Giovanni), also Hans.

Der Schani war und ist der Lehrling, der für die Kellner und den Ober die Hilfsdienste zu verrichten hat. Und irgendwann hat ein Kellner einmal zu seinem Lehrling gesagt: "Schani, trag den Garten außi". Und der Schani trug den Garten, respektive die Sessel, Tische und Blumenkisten hinaus, gruppierte das Ganze – der Schanigarten war fertig.

Palais Selb, Arkadenhof

Der Innenhof des Palais Selb[1]

Das zweite Gebäude war der Arkadenhof, in seiner Zeit war es eines der schönsten Renaissance-Häuser Wiens. Das außen unscheinbare Haus offenbarte einen prunkvollen Innenhof mit rundbogigen Arkaden und einer verzierten Schneckenstiege.

Den Namen "Selb" erhielt das Palais von der Adelsfamilie, die das Palais etwa 100 Jahre lang besaß (ab 1673), der Familie des Johann Gabriel Freiherr von Selb. Selb war Dekan an der juristischen Fakultät, er vererbte das Haus an die Wiener Universität.

1804 wurde vom Balkon des 1. Stocks dieses Hauses der Beschluss von Franz I verkündet, mit dem er sich zum Kaiser von Österreich proklamierte.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus Diabelli

In dem Haus wohnte auch der Verleger Anton Diabelli, der hier sein Geschäft hatte.

Wohnhaus und Gedenktafel Josef Sonnleithner

Hier wohnte Josef von Sonnleithner, der durch die Gründung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien berühmt wurde. Die Tafel ist nicht einfach zu entdecken, sie ist in das Schaufenster eines Palmers-Geschäftes integriert.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Josef Sonnleithner Gedenktafel, Wien 1.,Grabenhof 1 (viennpixelart).jpg Sonnleithner, Josef An dem bis 1874

an dieser Stelle gestandenen
Arkadenhaus lebte und starb
Josef
Sonnleithner
(1766 - 1835),
der 1812 die Gesellschaft
der Musikfreunde in Wien
gegründet hat.
Gewidmet von der
Österreichischen Beamtenversicherung

Lokale

Ilona-Stüberl

Das Ilona-Stüberl mit nur 25 Sitzplätzen ist ein Gasthaus mit ungarischer Küche, das 1957 durch Ilona und Michael Somlai hier betrieben wird. Heute leitet es die Stieftochter, Maria Fodor.



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Quellen

© Christiana Mazakarini
  1. Edgard Haider: Verlorenes Wien - Adelspaläste vergangener Tage. Wien 1984