Grünangergasse 10

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Grund-Information
Grünangergasse 10.jpg

Grünangergasse 10

Aliasadressen =Grünangergasse 10, =Nikolaigasse 3
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 838 | vor 1821: 888 | vor 1795: 1360
Baujahr 1784
Architekt unbekannt


Das Haus "Zum grünen Anker" - Architektur und Geschichte

Das Haus "Zum grünen Anker" ist nach einem Wirtshaus benannt, das sich bereits zur Bauzeit, 1784, hier befunden hat. Der "grüne Anger", wie die Gegend hieß, war einst tatsächlich ein Anger - also eine Gemeinschaftswiese der Bürger -, zur Bauzeit jedoch schon ein typisches enges Wiener Gässlein.

Das Wirtshaus Zum grünen Anker

Das Wirtshaus, das beim Bau des Hauses von der "Wirtin vom Grünen Anger" betrieben wurde, wurde bald zum "grünen Anker". 1885 hat es die Familie Glück (damals Johann Glück der I.) übernommen, der letzte Wirt - Johann Glück – starb im August 2011. In diesem ersten italienischen Restaurant Wiens ("Ancora verde") verkehrten Franz Lehar, Max Reinhardt, Franz Werfel, Schubert, Brahms, Klimt, Schiele und Furtwängler.

Albert Drach (jüdischer Schriftsteller, 17. Dezember 1902 in Wien; † 27. März 1995 in Mödling) schrieb über den grünen Anker: »Während nun der Pseudonobelbetrieb eines wohlhabenden, windgerecht reagierenden Wirtes auf die Außentür seines Lokales schrieb: ›Für Hunde und Juden verboten‹, bestand in der Innenstadt noch immer ein anderes, vornehm-ruhiges Haus, das außen einen grünen Anker zeigte und die Judenhatz nicht mitmachte

Die Erfindung des Kipferls

Der Legende nach soll in diesem Haus die Bäckerei des Ehepaars Peter und Eva Wendler gewesen sein (das Paar ist zwischen 1683 und 1691 tatsächlich als Besitzer nachweisbar). Dieses Paar soll die Kipferl erfunden haben (die Aussage ist jedoch historisch nicht beweisen).

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Das 1784 erbaute Haus hatte zahlreiche berühmte Bewohner, so zum Beispiel 1822 Carl Maria von Weber (er übersiedelte 1823 in die Seilerstätte 18-20), 1823 bis 1854 der Geigen- und Lautenmacher Pius Bernhard Stoß.

Auch wohnte hier Maria Magdalena Hofdemel, die eine Schülerin Mozarts war. Ihr Mann Franz war ein Logenbruder von Mozart, der seiner Frau und Mozart ein Verhältnis unterstellt hatte. Einen Tag nach dem Tod Mozarts (am 6. Dezember 1791) nahm sich Franz Hofdemel, nachdem er seine Frau mit einem Messer schwer verletzt hatte, selbst das Leben.

Wohnhaus Franz Grillparzer

Die Familie Grillparzer (Franz Grillparzer mit seinem Vater Wenzel und seiner Mutter Anna, geborene Sonnleithner) zog im Jahr 1800 in dieses Haus. Die Gedenktafel am Nebenhaus erinnert daran. 1809 starb in dem Haus der Vater Grillparzers, Wenzel Grillparzer.

Lokale

Ma Creperie

Ein weiteres Highlight im Haus ist das französische Lokal "Ma Creperie". Neben Crêpes kann man hier wunderbar französisch Essen (im Pergament gegarter Branzino, Paillard de Veau, oder ein, mit Kräuterbutter überbackenes, Steak). Vor allem der hintere Teil des Lokals lockt mit gemütlichen Sofas in alten Gewölben. Das Personal ist hier sehr zuvorkommend, kurz: absolut einen Besuch wert.[1]

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Quellen