Am Hof 9-10

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Am Hof 9

Grund-Information
GuentherZ 2007-02-24 0042 Wien Feuerwehrzentrale Am Hof.jpg

Am Hof 9

Aliasadressen =Am Hof 9, =Färbergasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 331 | vor 1821: 359 | vor 1821: 307
Baujahr 1855
Architekt Erich Leischner

Das Feuerwehr-Haus, Haus Nummer 9 - Architektur und Geschichte

Das Haus der Feuerwehr – der ältesten Berufs-Feuerwehr der Welt (sie wurde 1686 gegründet).

Bereits 1422 befand sich hier ein urkundlich erwähntes Haus, das als Vorratsspeicher genutzt wurde und im Volksmund „Der alte Kasten“ genannt wurde. Es dürfte zwischen 1445 und 1498 abgebrannt sein, an seiner Stelle wurde wieder ein „Traidkasten“ errichtet. Im Erdgeschoß wurde bis ins 17. Jahrhundert Heu gelagert, auch die Wasservorräte zum Löschen von Bränden waren hier gespeichert, weshalb sich der Name „Wasserstadel“ einbürgerte.

Im ersten Stock befand sich früher das Unterkammeramt (Städtisches Bauamt), dem das Feuerlöschwesen unterstand, es wurden daher - neben dem Wasser - auch sämtliche Löschgeräte hier verwahrt. Auch die vier Feuerknechte der Stadt saßen hier, damit war die erste Feuerwehr gegründet.[1]

Im 3. Stock befand sich von 1776 bis 1884 die Dienstwohnung des Bürgermeisters.

Da immer mehr Feuerwehrleute beschäftigt wurden, reichte der Platz bald nicht mehr aus, das städtische Bauamt und das Waffenmuseum, das im Haus 10 untergebracht war, übersiedelten 1884 in das neu eröffnete Neue Rathaus.

Die Engelsfigur in Höhe des 1. Stocks

In Höhe des 1. Stocks ist eine Engelsfigur mit Schild angebracht. Diese Figur hat sich bis 1880 an der Salzgrieskaserne (Salzgries 10-16) befunden.

Am 10.9.1944 wurde das Haus weitgehend zerstört und auch in den sofort wieder begonnen Neubau schlug am 12.3.1945 nochmals eine Bombe ein. An diese Schäden erinnert im Hausflur eines Gedenktafel und ein Steinschnitt.

Unter Bedachtnahme auf die historische Fassade wurde schließlich der Neuaufbau von Erich Leischer 1955 vorgenommen.

Unterkammeramt

Zur Erinnerung des Unterkammeramtes und dessen Verlegung wurde am Haus eine Gedenktafel angebracht, die am 19.9.1986 enthüllt wurde.

Vor 500 Jahren wurde das Wiener Unterkammeramt
An diese Stelle verlegt.
Der Stadtunterkämmerer überwachte auch das Feuerlöschwesen.
Seither befindet sich die Zentrale
Der Wiener Feuerwehr an diesem Platz

Im September 1986

Unter dem Haus befinden sich römische Baureste.

Römische Ausgrabungen

Über den Keller der Feuerwehrzentrale gelangt man zu einer Ausgrabungsstätte aus der römischen Zeit: ein etwa 4 x 10 Meter großer Raum zeigt ein Stück des Lagerhauptkanals. Er lief entlang der Innenseite des Legionslager-Walls (Via Sagularis). Dieser Teil des Kanals nahm die Abwässer des südlichen Lagerteils auf und leitete sie über den Tiefen Graben in den Ottakringerbach. Sämtliche verwendeten Ziegel tragen einen Stempel der XIII. Legion, die unter dem Stempel befindlichen Initialen zeigen den Unteroffizier (Centurio), der die Herstellung des Ziegels beaufsichtigt hatte.

Auch wenn die gezeigten Mauern niedriger sind, ursprünglich waren sie 1,8 Meter hoch.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Bürgermeisters Anton Joseph Leeb

Der in Mähren geborene Anton Joseph Leeb (* 13. Juni 1769 Nikolsburg, Mähren (Mikulov, ČR), † 6. Dezember 1837 ebenhier, in seiner Dienstwohnung) kam jung nach Wien und trat in den Magistratsdienst ein. Als Oberwachtmeister erwarb er sich besonders in der Zeit der französischen Besatzung Rang und Namen. 1835 wurde er zum Bürgermeister ernannt. in seiner Ära begann der Bau der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Nach ihm ist die Leebgasse im 10. Bezirk benannt.[2]

Das Haus Nr. 10 - Architektur und Geschichte

Grund-Information
Am Hof 11.JPG

Am Hof 10

Aliasadressen =Am Hof 10, =Färbergasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 332 | vor 1821: 359 | vor 18795: 307
Baujahr 1731 / Umbau 1955
Architekt Anton Ospel / Erich Leischner


Die heutige Seitenfront der Feuerwehrzentrale war einst das südwestliche Ende der Judenstadt. Es handelte sich dabei um den jüdischen Fleischhof.

Vorgängerhäuser

Der jüdische Fleischhof

Am südwestlichen Ende der Judenstadt stand der Fleischhof, der zum rituellen Schlachten des Viehs genutzt wurde. Nach Vertreibung der Juden 1421 beschlagnahmte die Stadt den Fleischhof, reparierte ihn um viel Geld um ihn zu verkaufen – und wurde ihn nicht los. Daher wurde er als Holzlager genutzt, ab 1560 zog das Bürgerliche Zeughaus hier ein.

Das bürgerliche Zeughaus

Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts war es üblich, dass Bürger und Soldaten ihre Waffen zuhause aufbewahrten und auch selbst beschafften. Im Laufe der Zeit er-kannte man jedoch die Notwendigkeit, eine möglichst gleichmäßige Ausrüstung zu gewährleisten und Ersatz für Beschädigungen zu stellen. Also wurde ein öffentlicher Waffenvorrat angelegt, der von Kämmerern und Büchsenmeistern verwaltet wurde und im Zeughaus eingelagert wurde. Die erste dieser öffentlichen Waffenkammern dürfte am Areal der heutigen Hauptpost am Fleischmarkt 1445 entstanden sein. 1547 wird in einem alten Stadtplan (Augustin Hirschvogel) ein „alter Zeugstadel“ vermerkt, das Haus scheint also bereits als Ausweichlager für das erste Zeughaus gedient zu haben.

Durch die erste Türkenbelagerung 1529 erhöhte sich der Bedarf, Munition, Waffen und Rüstung zu lagern, und so wurde beschlossen, am Hof ein eigenes Gebäude dafür zu errichten, das ab 1560 in Betrieb ging.

Sagen und Legenden

Kara Mustafas Kopf

In einem alten Almanach von Wien aus dem Jahr 1774 ist das Zeughaus so beschrieben: „Neben einer ziemlich beträchtlichen Artillerie und vielen heutzutage üblichen Waffen befindet sich allda auch eine Menge alter Waffen, und viele andere Sachen, die man von den Türken, besonders da sie im Jahr 1683 von Wien hinweggeschlagen worden, erobert hat. Man zeigt eben in diesem Orte den Kopf des Kara Mustafa, welcher damals Großvezir war, und die Türkische Armee commandirte, und im darauf folgenden Jahre zu Belgrad erdrosselt worden, von wannen nach er sein Kopf nach Wien gebracht worden. Es ist auch allhier der halbe Mond und der Stern, als die türkischen Wappen, welche im Jahre 1529 an die Spitze des St. Stephansthurmes (damit der türkische Kaiser Sülejman nicht auf diese Kirche seine Stücke spielen liesse) gesetzt, und aber nach der letzten türkischen Belagerung im Jahre 1683 wieder herunter genommen, und an deren Statt das Kreuz, welches man noch izt auf der Spitze sieht, auf Befehl Kaiser Leopolds hinauf gesetzt worden.“

Die rassistische Sage vom Spuk im Zeughaus Relevante Orte: Am Hof 9-10
Kara Mustafas Kopf.jpg
An dem Abend, als die Nachricht über den Sieg über die Türken eintraf, erging der Befehl an die Mitarbeiter des Zeughauses, die Rüstungen ausfolgen zu lassen. Der alte Aufseher des Zeughauses musste nach Hause und ließ an seiner Stelle seinen Sohn im Zeughaus. Er beauftragte ihn, auf alles sorgsam zu achten. Gerade, als der Junge sein Mittagsbrot essen wollte, hörte er ein furchtbares Getöse aus dem Treppenhaus. Es hörte sich an, als bewaffnete Soldaten durch das Haus marschieren. Weil der Jüngling wusste, dass niemand im Haus sein konnte, erschrak er gewaltig – und noch mehr bekam er es mit der Angst zu tun, als plötzlich ein Trupp geharnischter Männer mit geschlossenen Visieren auf ihn zukam. Sie zogen an seinem Tisch vorbei und zerschmolzen in Dunst.

Ängstlich versuchte er sich zu beruhigen, als ihn wieder ein Geräusch erschreckte: Es klang, als würde ein metallener Säbel gegen den Steinboden schlagen. Langsam schritt nun ein prachtvoll gekleideter Türke mit schwarzem Bart an ihm vorüber, leichenblass ging er die Treppe hinunter, ohne vom jungen Mann Notiz zu nehmen – und verschwand, genauso, wie der Trupp davor.

Leichenblass und verstört setzte sich der Junge auf einen Stein vor dem Haus und wartete auf die Rückkehr seines Vaters. Dieser lachte nur, als er seinen Sohn sah. Er selbst hätte im Laufe der vielen Jahre während seiner Tätigkeit im Zeughaus schon zahlreiche Erscheinungen gehabt. Er erzählte daher: „Als die Türken im Jahr 1683 ihr Lager im Stich ließen, erhielt der geflüchtete Großvesier eine seidene Schnur um den Hals und sein Kopf wurde öffentlich aufgesteckt. Der Kopf kam in das Wiener Zeughaus. Seit dieser Zeit ist im Zeughaus immer, wenn ein Türkenkrieg entbrennt, und ein Muselmann nicht zur Ruhe kommen kann, ein Ansturm an Geistererscheinungen. So wird es wohl bleiben, bis alle Türken ein Ende haben.“

In der Zeit der 2. Türkenbelagerung (1683) wurde das Zeughaus schwer beschädigt und nur notdürftig repariert. Man entschied sich daher 1731 dafür, das Haus durch ein neues zu ersetzen. Den Auftrag zur Gestaltung erhielt Anton Ospel, der die Gestaltung mit einem Dreiecksgiebel mit Wappen und einer hohen Attika vornahm. Lorenzo Mattielli schuf Allegorien der Stärke und Beharrlichkeit, die eine Weltkugel tragen. Gesamt betrugen die Baukosten damals 36.000 Gulden.

Auch die Inneneinrichtung des Waffensaales im Gebäude wurde von Ospel vorgenommen. 1809 plünderten die Franzosen die reichen Waffenvorräte des Zeughauses.

Die verschollene chronologisch-astronomische Uhr

Im zweiten Stock des Hauses befand sich die weltberühmte chronologisch-astronomische Uhr. Sie zeigte Tausende von Mondphasen an und hatte vier Schlagwerke: eines für Stunden, eines für Viertelstunden, eines für den Nachschlag und eines, das zum Gebet läutete. Sie hatte ein eingebautes Orgelwerk, ein Glockenspiel, ein Stahlspiel und sogar Trommel-, Saiten- und Pfeifenspiele. Das imposanteste war jedoch das integrierte Planetarium, das (laut einer Inschrift auf dem Ziffernblatt) von Carl Graff S. Crucis geschaffen wurde. Angefertigt war die Uhr von Christoph Schenner in Augsburg worden. Die Uhr war um 1711 herum Eigentum der Gräfin Marie Elisabeth von Harras gewesen, 1739 hatte sie der Magistrat aus der Verlassenschaft ersteigert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Uhr ist heute verschollen.

Weitere geschichtliche Ereignisse

Nationalgarde und die Märzrevolution mit Sturm auf das Zeughaus

Ab 1848 war hier das Hauptquartier der Nationalgarde. Am 13.3.1848 kam es Am Hof zu Tumulten: Studenten hatten sich zusammengerottet und forderten den Austausch des Militärs durch eine Bürgermiliz. Verhandlungen des Bürgermeister Ignaz Czapka mit dem Anführer Rudolf Arthaber scheiterten, und so kam es zum Sturm gegen das Zeughaus, die Kaperung gelang am nächsten Tag.

Umwandlung zur Feuerwehrzentrale und Kriegsschäden

1872, nach einer neuerlichen Umgestaltung des Hauses und der Erbauung des neuen Rathauses, wurde das Haus der Feuerwehr übertragen. Seither befindet sich hier und in den Häusern Am Hof 9 und 7 die Feuerwehrzentrale.

Durch einen Bombenhagel am 10.10.1944 wurde das Haus ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen: die Figurengruppe am Giebel und ein Teil des Gebäudes wurden dabei zerstört, ein weiterer Angriff in das notdürftig reparierte Haus am 12.3.1945 verursachte einen Brand, da das Benzinlager getroffen wurde. Die Wiederherstellung des Gebäudes erfolgte 1955 durch den Architekten Erich Leischner, sogar die Figurengruppe wurde rekonstruiert und wieder angebracht.

Denkmal für Opfer des Faschismus

Denkmal für Opfer des Faschismus
Wien,Zentralfeuerwache Am Hof,Gedenktafel 1947.jpg

Denkmal für Opfer des Faschismus

Adresse Am Hof 9-10
Schaffung / Enthüllung 1947
Künstler Mario Petrucci


1947 wurde im Hof der Feuerwehrzentrale ein Denkmal von Mario Petrucci angebracht, das von der Feuerwehr der Stadt Wien gestiftet wurde. Es erinnert an sechs Feuerwehrmänner (Georg Weissel, Ludwig Ebhart, Josef Schwaiger, Rudolf Haider, Hermann Plackholm und Kohann Zak). Georg Weissel wurde aufgrund seiner Anführerfunktion bei der Akademischen Legion des Republikanischen Schutzbundes nach einem Sturmangriff am 13.2.1934 von der Polizei verhaftet und zum Tode verurteilt. Zwei Tage später wurde er hingerichtet.

Antifaschistische Feuerwehrleute gründeten einen Weissel-Fonds und unterstützten damit die Angehörigen. Sie kämpften etwa 100 Mann stark im Untergrund weiter gegen das NS-Regime. 1942 wurden sie von der Gestapo entdeckt – 70 Mann wurden verhaftet. Darunter auch Ludwig Ebhart, der 2 Monate nach seiner Verhaftung als Sterbender entlassen wurde. Nach vier Tagen erlag er den Verletzungen, die ihm durch die Misshandlung der Gestapo angetan wurden. Von den restlichen Verhafteten wurden einige zum Tode verurteilt (Rudolf Haider wurde enthauptet), Josef Schweiger beging Selbstmord durch Erhängen in der Untersuchungshaft, die restlichen wurden ins KZ Mauthausen deportiert. Am 31.10.1944 wurden Hermann Plackholm und Johann Zak vor den Augen von 600 Feuerwehrmännern auf der Schießstätte Kagran erschossen.[3]

Bellonabrunnen

Bellonabrunnen

Im Innenhof rechts des Hauses Nummer 10 ist ein Wandbrunnen angebracht, dargestellt ist Minerva. Zwei Fischspeier sorgen für die Wasserzufuhr, dazwischen ist das Wienwappen angebracht. Der Brunnen wurde 1748 von Lorenzo Mattielli geschaffen, wurde aber durch Bomben im 2. Weltkrieg zerstört. Die naturgetreue Kopie, die heute zu sehen ist, ist von Andre Roder von 1949.

Der Kranunfall am 21.Juni 2007

Beschädigte Allegorien nach dem Kranunfall

Im Jahr 2007 wurde das Gebäude einer Renovierung unterzogen, dazu wurde ein 55 Meter hoher Kran aufgestellt. Für den 21.6.2007 wurden einige Sturmwarnungen bekanntgegeben. Um 16:58 Uhr stieß eine Windböe mit 120 kmh Geschwindigkeit in den Kran, brachte ihn zum Wanken und schließlich zum Umkippen. Der Mast des Krans krachte in das Dach des Hauses Nummer 10, wobei der Dachaufbau mit mehreren historischen Figuren und der dritte Stock im Bereich der Kleiderkammer der Feuerwehr zerstört wurde, die 14 Tonnen schweren Gewichte stürzten in den Innenhof, in dem sich eine Tankstelle befand und die den Tank der Zapfsäule aufrissen. Ein 1.500 Liter-Betonkübel, der gerade am Kran gehangen war, verfing sich in 8 Meter Höhe in der Ecke des Hauses. Bei dem Umsturz wurde auch die Hauptwasserleitung gekappt, was dazu führte, dass der Innenhof rasch unter Wasser stand. Da die Feuerwehr in unmittelbarer Nähe ist und die Feuerwehrmänner mit Schließen der Fenster beschäftigt waren, waren sie Augenzeugen der Geschehnisse und waren sofort am Einsatzort.

Dramatisch war jedoch vor allem, dass der Kranführer bei dem Unfall ums Leben kam. Kurz zuvor hatte er noch mit seiner Lebensgefährtin am Handy telefoniert, nun kam jede Hilfe zu spät. Tragisch war auch, dass es sich bei dem Kranführer um den Vaters eines Feuerwehrmanns gehandelt hatte. Er konnte den Vater an der Unfall-stelle noch ein letztes Mal sehen.

Ausgrabungen – Römische Abwassersysteme im Zeughaus

Interessant ist, dass der barocke Keller des Zeughauses einen Teil des römischen Abwassersystems beherbergt. Der Raum ist sehr klein, aber er ist trotzdem einen Ausflug wert. Man muss nämlich dazu an der Torwache des Feuerwehrhauses vorbei über eine Treppe in den Keller steigen, und befindet sich dann plötzlich in einem Gang, in dem es von Klimarohren, Wasserohren, Werkzeug und sonstigem Material nur so wimmelt.

Zu sehen ist ein römischer Kanaldeckel (Eingang in die römische Kanalisation), der Stein ist in Form einer Rosette, außerdem ist ein riesiger Dachziegel zu sehen, der einen deutlichen Legionsstempel trägt. Leider ist der Zutritt wegen Renovierungsarbeiten derzeit nicht möglich.[4]

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Am Hof 9-10 191119 römisch/Mittelalter Im Jahr 1911 wurden bei einer Schachtgrabung im Hof der Feuerwehrzentrale ein Boden aus Katzenköpfen, darüber Schutt und u. a. römische und mittelalterliche (?) Töpfe gefunden.
Am Hof 9-10 195008 römisch/Mittelalter Im Jahr 1950 wurden zahlreiche römische (Keramik, Ziegel, Knochen) und mittelalterliche (Keramik, Schere) Funde entdeckt.
Am Hof 9-10 200512 Mittelalter Statikerschlitze für geplante Bauvorhaben im Bereich der Feuerwehrzentrale brachten in der Fahrzeughalle Tierknochen und mittelalterliche Keramik zu Tage. Im Bereich der Kellerräumlichkeiten ließen sich ausschließlich gewachsener Löss bzw. die Flussschotterungen des Ottakringerbaches nachweisen.
Am Hof 9-10 200525 Mittelalter/Neuzeit Im Vorfeld eines geplanten Umbaus der Zentralen Feuerwache erfolgte eine Bauuntersuchung im ersten Kellergeschoß des Hauses, dem ehemaligen Bürgerlichen Zeughaus der Stadt Wien. Es wurden mehrere mittelalterliche (13.-15. Jh.) sowie neuzeitliche Bauphasen unterschieden.
Am Hof 9-10 200802 römisch/Mittelalter/Neuzeit Die Fortsetzung der im Jahr 2007 begonnenen Grabungen im Zuge von Umbauarbeiten im Bereich der Wiener Feuerwehrzentrale erbrachten 2008 weitere römerzeitliche und mittelalterliche/neuzeitliche Befunde: Vom römischen Legionslager konnten einerseits Teile einer Kaserne mit angrenzender via vallaris, andererseits die spätrömische Überbauung des Erdwalls an der Legionslagermauer und der Abwasserkanal entlang der via vallaris dokumentiert werden. Im Jahr 2009 konnten der Errichtungszeit des Lagers Reste des Erdwalls sowie eine Backstube mit vier nebeneinandergesetzten Lehmkuppelöfen zugeordnet werden. Danach folgte ein wohl hölzerner Einbau, der in spätrömischer Zeit von einem langgestreckten Gebäude abgelöst wurde. An mittelalterlichen Befunden zeigten sich ein mächtiger, 4 m breiter Graben, die planierten Überreste des jüdischen Fleischhofs sowie ein Privathaus des jüdischen Viertels und zwei (Abfall-/Latrinen-)Schächte. Erwähnenswert sind weiters zwei sehr gut erhaltene, in den Tiefen Graben entwässernde Abwasserkanäle. Die Grabungsflächen lagen im Nord- und Westtrakt des 1562 errichteten Bürgerlichen Zeughauses.

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Quellen

  1. Felix Czeike, Wiener Bezirksführer: I, Innere Stadt, Jugend und Volk, 2. Auflage, 1985, S. 5
  2. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 4. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 5
  3. Herbert Exenberger, Heinz Arnberger: Gedenken und Mahnen in Wien 1934 - 1945, Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstads, Wien, 1998, 1. Auflage, ISBN: 3-216-30330-6, S. 34
  4. http://www.wienmuseum.at/de/standorte/roemische-baureste-am-hof.html