Die zweite Stadterweiterung

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Schon im 18. Jahrhundert überlegte man, ob die Stadtbefestigung durchbrochen werden sollte, um mit den Vorstädten eine bessere Verbindung zu erreichen. Bereits 1850 wurden 34 Vorstädte eingemeindet, doch militärische Gründe sprachen gegen eine Stadtöffnung, was vor allem durch die Revolution im Jahr 1848 wieder untermauert worden war. Um Tumulte verhindern zu können, wurden vier Kasernen rund um die Innenstadt geplant, die erste, sie wurde 1854 errichtet, war die Franz-Josephs-Kaserne. In die Pläne miteinbezogen wurde auch das Arsenal, dessen Bau bereits 1849 begonnen hatte.

Das Projekt zur Umgestaltung der Stadt

1875 wurde in Beratungen des Finanz- und Handelsministeriums festgelegt, dass die Stadtummauerungen dem Handel hinderlich wären und daher beseitigt werden sollten. Überrumpelt wurde dabei das Kriegsministerium, das immer noch an dem Schutz der Stadt festhielt. Noch in diesem Jahr, am 20.12.1857, unterschrieb Kaiser Franz Joseph das "allerhöchste Handschreiben" zum Fall der Mauern und übergab es an Innenminister Freiherr von Bach. Schon wenige Wochen später (am am 30. Jänner 1858) lag die Ausschreibung für die Nutzung der nun bald freien Flächen vor, das Vorhaben konnte beginnen. Natürlich war die mögliche Bebauung vorgegeben, so sollten eine Kaserne in der Nähe der Augartenbrücke, Exerzierplätze (unter anderem bei der Hofburg und der Franz-Josephs-Kaserne), eine Bibliothek, ein Opernhaus, ein Reichsarchivgebäude, ein Museumskomplex und ein Rathaus eingeplant werden.

Im Dezember 1858 war es dann so weit, 85 Entwürfe waren eingereicht worden, drei davon waren als gleichwertig erwählt worden: Gewinner waren van der Nüll mit Sicardsburg, Förster und Stache. Unter ihnen wurden die Preisgelder aufgeteilt, die Realisierung konnte beginnen. Doch ganz so einfach war die Umsetzung nicht, denn die drei preisgekrönten Vorschläge wurden nicht für das Optimum gehalten.

Sicardsburg und van der Nüll hatten die Innenstadt nahezu unberücksichtigt belassen und sich auf die Neugestaltung weniger Hauptverkehrsstraßen beschränkt. Sie planten einen Boulevard (die Ringstraße) im ehemaligen Stadtgraben und konzentrierten sich auf den Ausbau des Geländes um die Hofburg.

Ludwig Förster, der sich schon seit 1836 mit der Stadterweiterung auseinandergesetzt und schon zahlreiche Projekte dazu eingereicht hatte, legte auf die "Kommunikation" der Vorstädte untereinander mehr Gewicht. Er wollte einen Donauhafen an der Kaiserwiese anlegen, verband die Vorstädte mit einer Kreisbahn und einem Zentralbahnhof und plante zahlreiche Brücken über die Donau und den Donaukanal.

Friedrich Stache sah die Leopoldstadt als Zentrum seiner Pläne, da hier der Handel saß, für dort sah er einen Hafen und den Nordbahnhof vor. Er plante zahlreiche Radialstraßen und fünf Gürtelstraßen, die in immer größer werdenden Radien die Vorstädte umliefen.

Im Herbst 1859 wurde daher von einer Kommission eine Vereinigung der besten Planungen dem Kaiser vorgelegt. Beschlossen war nun der Bau der Ringstraße am ehemaligen inneren Glacis, anstelle des äußeren Glacis wurde die "Lastenstraße", der spätere Gürtel, freigegeben. [1]

1892 endlich war die Stadterweiterung mit der Integration der Vororte (Bezirke 11 bis 19) abgeschlossen.



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Quellen

  1. Archiv Wien, Archiv Verlag, Blatt W 1138