Der Stock im Eisen, Sage

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Die Kurzfassung der Sage ist auf der Seite Stock-Im-Eisen-Platz 3 zu finden.

Stock Im Eisen Relevante Orte: Stock-Im-Eisen-Platz 3, Tuchlauben 11
BERMANN(1880) p0852 Der Stock im Eisen.jpg

Vor langer Zeit lebte in Wien ein Schlosserjunge, der nur zu gern das Leben genoss, anstatt an die Arbeit zu denken. Sein Name war Martin Mux.

Sein Meister befahl Martin eines Tages, es solle vor die Stadt gehen, und Lehm vom Feld holen. Der Bub ging also mit einer Scheibtruhe los, als ihm am Weg andere Buben begegneten, die gerade mit dem Auszählen des Letzerlspiels beschäftigt waren. Und bei dem Reim:
"Ganichi, boanichi,
fiarichi, fairichi,
ripadi, bipadi,
Knoll!"
ließ der Knabe seine Truhe stehen und spielte mit. Darüber vergaß er natürlich seinen Auftrag, und schon neigte sich der Tag zu Ende. Schnell wurde es dunkel, und dem kleinen Schlosserbuben fiel ein, dass er ja nun nicht mehr in die Stadt käme - damals wurden die Stadttore bei Nacht versperrt. Und wirklich: beim Tor angekommen, musste er feststellen, dass es zu spät war: er sollte nun mit seiner leeren Schubkarre die schreckliche Nacht alleine draußen verbringen. Heulend raufte er sich die Haare und schrie: "Ich möchte schon des Teufels werden! Wenn ich nur hinein könnte!" Kaum hatte er das ausgesprochen, stand ein kleines, prächtig gekleidetes Männlein vor ihm und fragte: "Was heulst du denn so? Du täppischer Bub?". Weinend erzählte ihm Martin, dass er nun Schläge vom Meister bekommen würde, tagelang kein Essen erhielte, und vielleicht würde ihn der Meister sogar davon jagen. Das meinte das kleine Männlein: "Na, da kann ich dir doch helfen! Wenn du keine Schläge willst, und sogar selbst ein berühmter reicher Meister werden willst, dann kann ich dich in die Stadt hineinbringen. Du wirst zufrieden sein und in Glück leben, aber sobald du an einem einzigen Sonntag die Messe verpasst, bist du Mein!". Kurz überlegte der Knabe, und schlug dann ein. Er ließ sich sogar gefallen, dass der kleine Mann, der ganz offensichtlich der Satan war, ihm einen Blutstropfen aus dem Finger schnitt. Rasch öffnete ihm das Männlein das Tor und drückte ihm noch einen nagelneuen Kreuzer in die Hand. Erleichtert schob Martin seine plötzlich befüllte Scheibtruhe in die Stadt und lief zu seinem Meister. Dieser war ihm gar nicht böse, obwohl es schon so spät war, viel mehr lobte er ihn, dass der Bub den Lehm von einer großartigen Qualität mitgebracht hatte, und stellte ihm ein üppiges Nachtmahl hin.

Am nächsten Tag bekam der Meister Besuch von einem kleinen, prunkvoll gekleideten Männlein. Dieser gab bei dem Schlosser den Auftrag, einen prunkvollen Ring mit kunstvollem Schloss zu schmieden, der an die alte Wienereiche gelegt werden solle. Keiner der Gesellen oder Meister der Werkstatt traute sich an diesen heiklen Auftrag heran. Nur der Schlosserbub, der das kleine Männlein erkannt hatte, sagte keck zu seinem Meister, er würde das Werk vollbringen können. Grummelig meinte da sein Meister: "Nun, wenn das das kannst, so sollst du heute noch frei und Geselle sein". Stundenlang war der Bub nun beschäftigt und schaffte es tatsächlich. Er ging mit dem Männlein zur Eiche, legte den Ring an, und sperrte das Schloss. Das Männlein nahm sofort die Schlüssel entgegen und war zufrieden. Der Meister musste sein Versprechen halten und entließ den Gesellen in Wanderschaft.

Der junge Geselle Martin Mux kam nun nach Nürnberg, und sein neuer Meister befahl ihm, ein Fenstergitter anzufangen, das gerade bestellt worden war. Da schrie nach einer Stunde einer der Lehrjungen: "Das hat er schon fertig!", obwohl so eine Arbeit sonst eine Woche dauerte. Der misstrauische Meister dachte sich: "Na, dann geb ich ihm jetzt eine Arbeit, bei der er lange beschäftigt sein würde", und befahl, dass der Wiener Geselle aus allem alten Eisenwerk neue Stäbe strecken solle. Flugs sammelte Martin das alte Eisen ein, verschmolz es, und erfüllte den Auftrag noch am gleichen Tag. Entsetzt bekreuzigte sich der Meister, gab ihm den ganzen Wochenlohn für diesen Tag und schickte ihn fort. Mit dieser Erfahrung reicher kehrte der junge Geselle nun in seine Heimat Wien zurück. Da kam ihm gleich zu Ohren, dass hier große Aufregung herrschte: Die Obrigkeit wollte, dass jemand das Schloss an der Wieneiche aufsperrte und sagte zu, Denjenigen sofort zum Meister zu machen, dem das gelänge.

Gleich marschierte Martin Mux zum Magistrat, holte sich den Auftrag und machte sich an die Arbeit. Doch kaum hatte er den Schlüssel fertig, und ihn ins Feuer gehalten, drehte sich, wie von Zauberhand, der Bart zur falschen Seite. Schuld daran war, dass Satan zornig selbst im Feuer saß: Ihm war nicht recht, dass jemand sein Schloss aufsperren würde. Der Schlossergeselle war jedoch nicht dumm. Kaum hatte er bemerkt, was hier vorging, fertigte er einen Schlüssel, dessen Bart zur falschen Seite gedreht war. Und schwupps, schon hatte ihn der wütende Teufel im Feuer gedreht - nur dass der Bart nun zur richtigen Seite wies. Mit diesem Schlüssel begab sich Martin nun zur Obrigkeit und mit dieser zur Stadteiche. Gespannt beobachteten die Wiener, was nun geschah, denn... das Schloss öffnete sich! Jubelnd, dass er nun Meister sei, warf Martin den Schlüssel in die Luft, doch der kam zum Schrecken aller nicht mehr herunter.

Der junge Meister entwickelte sich bald zur Berühmtheit, fleißig vollendete er alle Aufträge, und bald lebte er in Glück und Reichtum. Oft dachte er mit Reue an die Tage, als er noch unzuverlässig war und arbeitete dann um so fleißiger. Er teilte mit den Armen und ging jeden Sonntag demütig in die Kirche. Doch wenn der Teufel jemanden an der Angel hat, lässt er ihn nicht mehr so einfach los. und so sorgte er dafür, dass der Schlossermeister überheblich wurde, seine Üppigkeit auslebte und unmäßig wurde. Eines Morgens saß Martin nun im Steinernen Kleeblatt in der Tuchlauben 11, trank mit seinen Zechkumpanen und würfelte. Als die Turmuhr 10 schlug, meinte er: "Ei, nun will ich in die Kirche gehen", aber die Anderen Hielten ihn zurück und verführten ihn zu einem weiteren Würfelspiel. Als die Turmuhr 11 schlug meinte Martin wieder: "Ei, nun muss ich die Kirche gehen". Und wieder wurde er aufgehalten und trank weiter. Schließlich schlug die Turmuhr 12. "Jetzt muss ich wirklich in die Kirche gehen!" Einige Zeit schafften es seine Kumpane, ihn noch aufzuhalten, dann stürmte Martin los zum Stephansdom. Als er dort ankam, war am Platz schon alles wie leergefegt. Nur ein einziges altes Mütterchen saß noch vor der Kirche und meinte hämisch: "Was willst du denn hier noch? Es ist nach Eins, die letzte Messe ist vorbei!"

In Verzweiflung rannte Martin zum Keller zurück, riss sich die goldenen Knöpfe vom Wamst und warf sie vor seine Zechfreunde. "Da, das ist für Euch! Nehmt sie zum warnenden Andenken, dass ihr von Gott nicht lassen sollt!" In dem Moment schlug die Turmuhr wieder - jetzt war erst Eins geworden, und gleichzeitig zeigte sich das kleine Männlein an der Kellertür und rief: "Du wolltest doch nicht die Messe versäumen, oder?" Wie im Wahnsinn lief Martin die Treppe hoch und mit dem Männlein zum Stephansdom. Das Männlein wuchs am Weg zum blutroten Riesen an, und als sie über den Stephansfreithof zum Riesentor hasteten, sprach der Priester gerade seine letzten Worte der Messe: "Ita missa est" ("Gehet, die Mess ist aus"). In dem Moment wuchsen dem roten Riesen Hörner und Krallen, er packte Martin und flog mit ihm durch die Lüfte. Abends ließ Satan den zerfleischten Martin Mux auf den Rabenstein in der Rossau (der damaligen Richtstätte) fallen. Ein altes Mütterchen, das gerade an dem Leichnam vorbei ging, sagte nur: "ja vorgetan und nachbedacht, hat Manchen schon ins Leid gebracht." [1] [2] [3]

Etwas schwieriger zu lesen, aber durchaus originell ist die Legende in Wiener Mundart:

Mundart: Stock Im Eisen Relevante Orte: Stock-Im-Eisen-Platz 3, Tuchlauben 11
Wien Stock im Eisen.JPG
Voar longa Zaid hod z' Wean a Schlossabuar g'lebd, dear goar a lokas Zaißarl woar.

Den hod amol sain Moasta g'schofd, mid da Schaibdrucha voar 's Schtodtoar aussi z'foarn, duard 'n nodwendiga Lam fiar 's G'wearb aus z' grob'n und hoam z' fiarn. Olsbold is ah da Buar aussi g'foar'n und hod oarwad'n wöll'n; ofd'n san oba grod af 'n Föld a Meni lifdichi Biabarln beisomma g'schtonda, dö si justamend, um 's Lezarlg'schpül onz'heb'n, mid da Fuarm'l: Oanichi, boanichi, siarichi, sairichi, ripadi, bipadi, Knoll. auszölö hom. Nuon, dös woar fiar unsan Nimmabuaguad schon amol a goar a z' großi Lokschpais. Glai hod ar ollas lig'n und schteh'n lossa, is zu 'n Biabarln g'loffa, hod mid eana a'schpüld, d'riba d' Oorwad vagessa und af dö Wais d' kostboari Zaid vadand'Id, bis's is finsta woar'n und d' Biarbarln hoam san gonga.

Ofd'n hod ar wieda zua d'r Oarwad g'schaud und hob sie ong'schikd, d' sölb fiardi z'mocha.

Dowearad is 's ob'r ollawal dumpra und dumpra woarn, und af d' letzt goar Nochd. D'Sunn hod si bluadrod g' ob'd und a großmechdicha kohlrob'n-schwoarza Wolkafroz hod schon grauslichi G'fris'r af d' Eard'n oba g'schnid'n.

Huhu! ofd'n is 'n Buam schiar angstli woarn. - "Vafligst! wia hon i mi vaschpad'd. iazad hoaßt's Raisaus nemma!" sogd ar und wiarfd schlaini d' Schauf'l und 'n Krompa in d' Schaibdrucha und foard noch da Schtod zua.

Wiarar oba voar 's Doar is kemma, woar 's schon zuag'mochd. Ofd'n flend ar biddali und woisöld: "Oj!; Unglikskind, wia kimma! i denn in d' Schtod aini, ofd'n i koan Schpiar-Kraiza ho', um mar 's Doar afmocha z'lossa. Glai mechd i's Daifls sagn, wonn i nuar aini kemma kindd!"

Koam hob ar so vamessa g'red'd g'hobd, is ah schon a klanbunkawinzig's Mandarl voar eam g'schtond'n. Dös hod a brinrod's Wams'l onghobd, a kohlschwoarzi Hos'n und drai schtolziaradi Hohnafedan auf 'n Huad. "Zweg'n wos flenst, Bua?" frogd 's'n mid a kriaglad radschad'n Schtimm.

"Oi! how i ebba nöd Nod z' flena" - sogd ofd'n da Buar d'raf; - ,,i soll in d'Schtod aini foarn, 's Doar is oba schon zuag'mochd und i ho hold koan'n Schpiarkraiza, um mar's afmocha z' lossa, und dahoam kriach i iba dös noch Schlech von 'n Moasta, wal i mi vaschpad'd ho".

"Hihihi!" kichad's Mandarl in 's Faist'l: "Nuß af d'Nochd, Nuß af d'Nochd! Dös war koan ibli B'schearing! Oba san nuar ruawi, Buar. I bin da - nuon, ma red'd nöd gearn dovon; ofd'n wiarst wohl ainseg'n, daß i dar hölfen konn, wiar i's ah wüll. - Schau; i gieb d'r an'n Schpiarkraiza, du sollst koani Schlech kriag'n und no dozua, vamech maina Mochd, schon an moardg'schikda Schlossa wearn, wonnst mar vaschprigst, daß d'main wüllst sann, wonnst in dain'n Leb'n oan'n oanzing'n Sunndo aus da halinga Meß ausblaibst"".

,,Dös konn i so laichd dan! Ar soll mi not dawischa!" denkd si da Buar und schlogd laichdsini ain; giebd 'n rod'n Mandarl, wal ar hod nöd schraib'n kinna, drai Drepf'l von sain'n Hear Muad ols a Pfond, voar dö eam hearngeg'n 's sölbichi 'n Schpiarkraiza raichd, und ofd'n san. s' hold vanonda gonga. Der Buar hod si oba schlaini afmocha lossa, und wiarar hoam is kemma, is eam sain Moasta goar fraindli ingeg'n gonga, hod 'n an'n flaißinga Buam g'scholdn und eam hinlangli z'essa geb'n. - Nuon, dös is guad.

N nagst'n Moaring, wia da Moasta, G'söll und Learbuar in 'n Faija oarwad'n dad'n, kimmd 's rodi Mandarl und frimmd fiar d' Wean'r Oach'n an'n aifanan Ring on und goar a kinstlig's G'schlos. Dös draud si weda da Masta noh da G'söll z' mocha. Ofd'n schtölld si 's Mandarl schiach und duad sog'n: "Ai, wos sands ös voar schändlich: Fredda! Enka Learbuar is s'schikda als ös!"

"Und wonn ar's z' somm bringa duad" - sogd d'raf grinslad da Moasta - "so soll ar schtandabedi fray sayn und G'söll".

Ofd'n sogd da Buar, dear goar nigs B'sunöas on da gonz'n G'schichd find'd, wal eam da Daifl blend'n duad: "Moasta, 's güld!" und hebd glai dron z'oarwad'n on, und in a Schtund woar's G'schlos ah schon figs und fiardi. D'raf is ar mid'n Mandarl zua da Wean'r Oach'n gonga, hod d' sölb mid'n Ais'nring aing'fongd und 's kinstli G'schloß d'ron g'schlog'n, und wia dos woar g'scheg'n, hod's Mandarl zuag'schpiard, 'n Schliss'l aing'schteckd und is hold vaschwunda. Sid da Zaid oba hoaßt d' Oach'n und d'r Oard, wo s' schtehd: Da Schtog om Aff'n. Da Buar is oba glai a G'söll woarn, hod sain'n Fraibriaf kriagd, is ofd'n, wia 's bai dö Hondwearkslaid da Brau' is, in d'Fremd g'wondad und hod si bainan'n Niarnbearcha Schloss'r aindingd.

Ofd'n sogd da Niarnbearcha wiarar in da Frua afschtehd, zua sain'n Learbuam: "Hearst! wonn da fremdi G'söll kimmd, soch eam, ar soll Fenstagada mocha; 's san a so a Mein doda, daß ar woarli d' gonzi Wocha wiard d'ron z'oarwad'n hon."

"Ai Moasta", sogd d'raf da Buar, "da G'söll is schon sid eana Schtund doda, und d' Fenstagada san schon olli fiardi. Ar mechd gearn wissa, wos ar iazad oarwad'n soll?"

Ofd'n hod si iba dös da Niarnbeacha daschtaund und sogd: "Schlabbra Wuarscht! wonn dear so flink is, wo nimm i denn z' gniag'n Oarwad voar eam hear? Ofd'n moch ar'n aisanan Ombos zun'an'n Godaweark schwoass'n."

Koam hob oba dös unsa G'söll vanumma, so wiarfd ar in Wiz, daß 's gischt und zischt, 'n Ombos in 's Faija und schwoaßt 'n zuar an'n Gadawerk.

Ofd'n woar da Niarnbearcha so volla Schroka, daß ar'n glai aus 'n Deanst hod don.

Dear is oba wieda z'ruck af Wean zua gonga. -

Wiarar d'sölb'n onkimmd, heard ar so hin und hear blauscha: "daß 's d'Obrikaiö hold rechd vadriassa dad, daß a schtogwüldfremda Mendsch 'n Schliß'l hed zua 'n G'schloß on da Wean'r Oach'n, und daß s'den gearn 's Moastarechd gabad, den 's g'langad, an'n naich'n Schliß'l dozua z'mocha."

Ofd'n woar unsa G'söll glai af da Hech und hod si ondrog'n, an'n sölchan fiardi z'mocha.

Nodiarli woar oba 'n rod'n Mandarl mid den nöd deand. Ofd'n olsa, wia da Schlossa 'n Schlißl schwoaßt, sezt sa si unsichboar in 's Faija und vadrahd eam'n Schlißlboard. D'r ohg'wigsti Schlossa hob oba den Schobanok glai g'miarkd, schiabd goar pfiffi 'n Schlißl mid 'n abi ong'sezt'n Board in 'n Schwoaßofa wied'r aini, und wal 's Mandarl voar laudda Wuad und Aargr oarnli blind woar, hod's'n wieda umdrahd, und af dö Wais is ar rechd ong'sezt aus 'n Faija aussa kemma.

Ofd'n is da Schlossa mid d'r Obrikaid zua d'r Oach'n gonga und hod 's G'schloß afg'mochd, doar dös mar eam ah glei hod's Buarch'r - und Moastarechd geb'n; - und dös hod'n so lusti g'schimmd, daß ar hollaud g'ju-chazt hod, ofd'n ah an'n Nog'I zu'n ewinga Ondenka in d' oldi Oach'n schlogd und 'n Schliß'l in d'Hech wiarfd, dear oba zuar Ollamonn's Schroka nöd wied'r is af d'Erd oba g'foll'n.

Sid da Zaid is sain G'schiklikaid ollawal laudmoaricha woar'n, und ar hod goar vüll Joar schon in Glik und Raichdum g'lebd, glaiwölst hod ar nöd af God vagessa, is olli Sunndo flaißi in d'Meß gonga und hod iazad goar ofdmols sain godlos's Jugadschtik'l biddali b'raid.

Oba öa besi Faind, dear schon amol is saina Moasta woarn, hod nöd mear von eam ohg'lossa, hod, nuar z' schlaini wieda, sain rajigs G'miad undadrukd und sain G'wiss'n b'daköld mit Saus und Braus und auad'n Leb'n. Und so is ar in an'n Sunndo in da Frua mid sain'n Komarodnan in'n Wainkölla bai'n schtoanan Kleeblad'l unda'n Duchlab'n g'sessa, hod zechd und woar volla Foksna. Ofd'n hod's zehni g'schlog'n.

"Ai, iazad muaß i in d' Meß geh'n", sogd da Schlossa und hebd si von 'n Sess'l af.

"Ah noan", sog'n d' ondan, "host jo noh Zaid; mar wöll'n noh a Biss'l drinka und wi'arf'ln!"- Und sö hon g'soffa und g'schpüld- ofd'n hoö's oalifi g'schlog'n.

"Ai, iazad muaß. i ob'r in ö'Meß geh'n", sogd wieda da Schlossa und hebd si von'n Sess'l.

"Noan, noan", learman d'ondan, "host jo noh a holb's Schtind'l Zaid, - und dös wöllmar noh mid drinka und wiarf'ln zuabringa!" - Und da Donz is af 's naichi ongonga; - ofd'n hod's holba zwö'lfi g'schlog'n. Kasweis is iazad da Schlossa d' Schtiag'n affi g'schtiarzt und da Schteffaskiarcha zua. - Au weh! duard woar 's oba wiar auskiard. An oanzig's old's Muadarl hod ar noh dablickd, dö ar frogd: "Um's Himm'lswülln, liab's Frau'l, is d' lezti Meß schon aus?" - "D' lezti Meß? - 'Sis jo schon zwölfi vabai!"" sogd d'raf 's bidriacharische Daif'lswai, ob's glai koam holba zwölfi woar.

"O, main himmlischa Voda, so hon, i main Sölikaid valoarn!" wois'ld da Schlossa, schtiarzt vazwaif'ld in'n Wainkölla z'ruck, raißt saini sülban Knepf von'n Rog und schenkd s'sain'n Komarodnan ols a woarnad Ondenka. Dawal hod's wiarkli zwölfi g'schlogn, und mid 'n letz'n Schtroach schtehd 's rodi Mandarl d'robnad bei da Diar und ruafd obi: "Du, vasoam d'Meß nöd! Hearst zwölfi laidd'n?"" - Ofd'n schtaigt da Schlossa gonz varukd in d'Hech affi und's Mandarl woar gretz'r ols ear; und sö gengan mid z'somma; und wia s' af'n Schteffasfraidhof san, schraid'd neb'nst eam a bluadroda Ris; und wia s' zu da Kiarchadiar kemman, sogd just da Gaistli bei'n Oldoar: "D' Meß is aus!" - ofd'n hod da bluedrodi Ris kohlschwoarzi Hearnd'ln und Graiffaklaua, foßt mit an'n Ingrimm 'n Schlossa und fliagd mit eam in d' sausadi Lufd.

Gengan Ob'nd zua hod ma sain'n zafezt'n Laib af'n Rob'nschtoan licha g'fund'n und 's oldi Muadarl is vabai gonga und hod gsogd.- ,,Jo, jo, voargedon und nochbidochd, hod Monich'n in groß's Laid'n brochd!" [4]

Eine weitere Version, nämlich in Gedichtform, ist hier zu finden: Stock im Eisen



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Quellen

  1. Otto Wutzel: Im Reich der Sage; Landesverlag Linz, 4. Auflage 1958
  2. Leopold Ziegelhauser: Schattenbilder der Vorzeit: ein Kranz von Geschichten, Sagen, Legenden, Mährchen, Skizzen und Heldenmahlen: aus allen Gegenden Deutschlands und des österreichischen Kaiserstaates, Band 3; M. Lechner, 1844, S. 177 ff
  3. NN: Wiener Sagen, herausgegeben von der Wiener Pädagogischen Gesellschaft, Wien 1922, (aus J. Gebhart, Österreichisches Sagenbuch, Pest 1863), Seite 5
  4. Gustav Gugitz: Die Sagen und Legenden der Stadt Wien, 1952, Nr. 22, S. 36ff