Cobdengasse 3

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Grund-Information
Palais Wilhelm Vienna August 2006 006.jpg

Palais Erzherzog Wilhelm, auch: Deutschmeister-Palais

Aliasadressen =Cobdengasse 3, =Parkring 8
Ehem. Konskriptionsnummer keine - Glacis vor dem Stubentor
Baujahr 1865
Architekt Theophil Hansen, Carl Tietz, Josef Hlavka


Das Deutschmeister-Palais, auch Palais Erzherzog Wilhelm - Architektur und Geschichte

Das Bürger-Palais im Stil der Neorenaissance wurde 1864 bis 1968 von Theophil Hansen und Carl Tietz als eines der ersten Ringstraßen-Palais für Erzherzog Wilhelm erbaut. Nur sechs Jahre nach der Fertigstellung verkaufte er das Palais an die Deutschmeister. Erzherzog Wilhelm war selbst Hochmeister des Deutschen Ordens, gemäß der Tradition musste der Hochmeister unverheiratet sein. Demnach wurde auch das Palais geplant, es enthält keine Damenzimmer, dafür umso größere Stallungen, weil die Ordensmitglieder zu Festen einritten.

Das Palais war das erste Haus der Ringstraße, das in hellgrauem Karstmarmor erbaut wurde, an den Flanken der drei Tore stehen steinerne Wächterhäuschen. Die sechs Statuen auf der Balustrade der Seitentrakte stellen Ordensgroßmeister dar, geschaffen wurden diese Skulpturen von Josef Gasser. Zwischen den Fenstern des letzten Geschoßes stehen sechs Ordensherolde, die als Atlanten das Gebälk tragen.

Das Erdgeschoß wurde in der Erbauungszeit von mächtigen Pferdeställen, in denen 24 Pferde untergestellt werden konnten, und dem Treppenhaus dominiert, hier fanden nur noch einige Nebenräume Platz. Der Mezzanin war dem Hofmarschall und seinem Dienstkämmerer vorbehalten. Die Wohn- und Repräsentationsräume lagen im ersten Stock, die zwei Etagen darüber waren für Dienerwohnungen, der Keller als Lager und für die Küche vorgesehen.

Der glasüberdachte Innenhof

Der heute glasüberdachte Innenhof konnte durch die dreigliedrige Einfahrt erreicht werden, er war mit 26 mal 19 Metern groß genug, dass darin ein Wagen reversieren konnte. Außerdem konnte er als Durchfahrt in die Cobdengasse genutzt werden.

Der obere Teil des Innenhofs ist mit Terrakottareliefs von Johann Hutterer verziert.

NS-Zeit

Als der Deutsche Ritterorden 1938 aufgelöst wurde, beschlagnahmten die Nazis das Palais und nutzten es zwischen 1938 und 1945 als Sitz der SS-Zentrale, danach war hier bis 1974 die Bundespolizeidirektion untergebracht.

OPEC

Lange stand das Gebäude leer, bis es 1981 vom OPEC Fund gekauft wurde, deren Sitz bis heute hier ist. Die aufwendige Renovierung des Palais übernahm Georg Lippert, der sehr darauf achtete, wieder den ursprünglichen Zustand herzustellen – die Restaurierung kostete damals 100 Mio. Schilling. Der Umbau hat einige Änderungen aber auch den Erhalt des historischen Gebäudes gebracht. So wurde der Hof, der mit Kies bedeckt war, nun mit Steinplatten ausgelegt, die Repräsentationsräume wurden in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.



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