Führichgasse 1

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Grund-Information
AstoriaHotelWien.jpg

Führichgasse 1

Aliasadressen =Führichgasse 1, =Kärntner Straße 32-34, =Maysedergasse 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 11862: 1043, 1100 | vor 1821: 1166 | vor 1795: 1123, 1124, 1125, 1126
Baujahr 1909-1912 / Umgestaltung Lobby: 1979-1982
Architekt Franz Karl Mörtinger / Umgestaltung Lobby: Stefan Passini


Hotel "Astoria", Kärntner Hof - Architektur und Geschichte

Das Astoria, 1912

Das Hotel, erbaut unter der Leitung von Franz Karl Mörtinger, wurde 1912 feierlich eröffnet. Das Astoria bot für die damaligen Verhältnisse zahlreiche Innovationen: eine elektrische Ozonanlage sorgte für frische, staubfreie Luft, Aufzüge neuester Konstruktion brachten die Gäste erstmals Tag und Nacht in alle Stockwerke und modern eingerichtete Bäder mit fließendem Kalt- und Warmwasser sorgten für die richtigen hygienische Verhältnisse. Mit dieser Ausstattung galt es einige Zeit als modernstes Hotel der Welt.

Heute gehört das Haus zur Austria Trend Hotels-Gruppe.

Das Astoria steht auf dem Gelände des ehemaligen Kärntner Hofes.

Damenmoden-Geschäft Elégance

1936 eröffnete in dem Haus ein bekannter Wiener Modesalon, über den die Neue Freie Presse am 7. März 1936 schrieb: "Vor etwa einem Monat wurde unter dem Namen “Elégance” Wiener Moden Gesellschaft m.b.H. ein Unternehmen gegründet, welches den oben angedeuteten Mangel in unserem modischen Leben beseitigen wird. Die Wiener Moden Gesellschaft “Elégance” exportiert ihre Modelle in die ganze Welt - und zeigt und verkauft sie, genau wie die Pariser Couture-Salone, auch der Privatkundschaft: Rund 200 Modelle, welche die “Elégance” jede Saison schafft, stehen künftig auch der einzelnen Dame zur Wahl! Wie wir erfahren, wird die Wiener Moden Gesellschaft “Elégance” schon in den allernächsten Tagen ihre Salons in der Kärntnerstraße 32 eröffnen." [1]

1949 wurde die Inneneinrichtung des Modesalons vom Architekten Karl Schwanzer gestaltet.

Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs

1910 entstand eine Vereinigung von Frauen, die die "Kunstschule für Frauen und Mädchen" absolviert hatten. Diese Akademie war in der heutigen Marco d'Aviano-Gasse 1 - damals noch "Schwangasse". Die Schule war um 1900 in die Tuchlauben 8 übersiedelt. Der Verein hatte in diesem Haus in der Maysedergasse seinen Sitz.

Da die Absolventinnen keine eigenen Ausstellungsräume hatten, und von anderen Künstlerverbunden als "Amateurinnen" betrachtet wurden, konnte die Vereinigung die Gruppe besser vertreten und so ähnliche befreundete Vereine um Gastausstellungen bitten.

Vorgängerhäuser

Clarakloster

Die Allerheiligenkirche im Bürgerspital, Stich von C. Pfeffel, 1724

An etwa dieser Stelle befand sich im Mittelalter das ehemalige Kloster der Clarissinnen. Gestiftet wurde es von Rudolf III von Österreich und seiner Fran Blanka Ende des 13. / Anfang des 14. Jahrhunderts. Bis 1363 erwarben die Nonnen in der Gegend zwölf weitere Häuser, sie schufen damit ausreichend Platz für eine Kirche, ein Kloster und Wirtschaftsgebäude.

In das Kloster durften nur Witwen und Jungfrauen des Hochadels eintreten, sie mussten hier in völliger Armut (Bettelorden) leben.

Im Keller, den die Nonnen vom Herzog Otto und Herzog Albrecht II. erworben hatten, durften sie Eigenbauweine ausschenken und Lebensmittel lagern - er wurde als "Keller von St. Clara" bekannt.

1529, als Wien von den Türken belagert wurde, war besonders das Kloster der Clarissen betroffen - die Nonnen flüchteten nach Judenburg, das Klosterareal wurde von Soldaten besetzt, die Gruft der Kirche wurde genutzt, die gefallenen Soldaten zu beerdigen. Als die Türken erfolgreich geschlagen waren,schenkte Erzherzog Ferdinand aus Dankbarkeit das Kloster an die Stadt Wien. Da das Bürgerspital abgebrannt war, brachte man die Verletzten in die Klosterräumlichkeiten. Als die Nonnen aus Judenburg zurückkehrten, wurde ihnen - statt dieses Areals - das Pilgrimhaus bei Sankt Anna (Annagasse, Annakloster) überlassen.[2]

Die Clarakirche wurde die Kirche des Bürgerspitals und wurde "Zum heiligen Geist" genannt, bis sie entweiht (1784) und abgerissen wurde. Zeitgleich wurde das Bürgerspital (ehemals Kloster) abgerissen und stattdessen das Bürgerspitalzinshaus (siehe Maysedergasse) errichtet.

Der Kärntner Hof (auch: Kärntnerhof)

1875 wurde hier ein riesiger Jugendstilbau errichtet, es handelte sich dabei um ein dreistöckiges glasüberdachtes Kaufhaus. Erbaut hatte es Otto Thienemann. Durch den Hof führte ein Basar, der mit Glas gedeckt war. Hier konnte man shoppen und gesehen werden. Schon 1909 wurde der riesige Hof, der auf vier Seiten zugänglich war, wieder abgerissen, um mehreren Häusern Platz zu machen - darunter für das Astoria.



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Quellen