Bognergasse 3

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Grund-Information
Naglergasse 4.jpg

Bognergasse 3

Aliasadressen =Bognergasse 3, =Naglergasse 4
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 308, 311 | vor 1821: 335, 339 | vor 1795: 210, 224
Baujahr 1901
Architekt Franz Freiherr von Krauß, Josef Tölk


Das Haus "Zum Bogner" - Architektur und Geschichte

Das sezessionistische Haus hatte einst einen prächtigen Fassadenschmuck, der entfernt wurde, erhalten ist jedoch noch die Aufschrift des Hauses auf dem großen Mittelerker. An der Fassade der Naglergasse befindet sich ein Medaillon mit einem Relief der Muttergottes. Feudal ist das Foyer: es ist gänzlich mit Marmorplatten verkleidet, die Decken und Wände sind mit Stuckrahmen verziert.

Das Haus hatte in seiner Anfangszeit viele Besitzer, während der NS-Zeit wurde eine der Besitzerinnen auf Basis des Reichsbürgergesetzes enteignet. Der Reichsfinanzverwaltung des Deutschen Reiches gewehrte man 1/18 des Hauses. Nach dem Krieg erhielt die Besitzerin ihren Anteil zurück.

Vorgängerhäuser

Das Haus 308 stand bereits 1467 hier und gehörte ab 1836 den gleichen Besitzern wie des Hauses 311. Das Haus 311 hatte eine weitaus interessantere Geschichte, es hatte das Schild „Wo der Teufel mit der Bognerin rauft“. Unterhalb dieses Schildes, das einen Raufhandel zeigte, waren Verse angebracht;

„Pestilenz und Not ein Übel ist,
Krieg ein arger Zeitvertreib.
Schlimmer als des Teufels Tück und List,
Gott behüt uns †††, ist ein böses Weib"
Die Sage des Teufels und der Bognerin Relevante Orte: Bognergasse 3
Die Bognerin.jpg
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lebt in Wien der Bognermeister Kaspar Pergauer. Er hatte eine kleine Werkstatt in der Bognergasse. Sein Geschäft geht gut, die Arbeit macht ihm Spaß und mit seinem Einkommen ist er zufrieden. Und… er war mit Ursula verheiratet. „Mit einer Pappn wia a Schwert“. Das gefiel ihm erst an ihr, doch im Laufe der Ehe flüchtete er mehr und mehr in die umliegenden Wirtshäuser. Seine Freunde verlachten ihn als Pantoffelheld.

Eines Abends trieb es Ursula auf die Spitze und um dem Spott seiner Freunde zu entkommen, wanderte er ziellos durch die Sommernacht, bis er am Friedhof von St. Peter anlangte und sich auf einem Grabstein niederließ. "Ach", seufzt er. "Ich kann dieses Weib nicht mehr ertragen! Möge sie doch der Teufel holen!" "Wen soll ich holen?" fragte eine unheimliche, düstere Gestalt, die ganz plötzlich vor dem Bogner auftauchte. "Ich bin zur Stelle, wenn man mich ruft! Was kann ich für dich tun?" "Nein, nein!" rief der Kaspar, der ja kein Unmensch war. "Du brauchst sie nicht gleich mitnehmen! Aber vielleicht kannst ihr einen Schreck einjagen und der alten Beißzange a bisserl Manieren beibringen!" Und dann fügt er deprimiert hinzu: "Aber an der Giftnudel beißt sich sogar ein Teufel die Zähne aus!" "Das wäre doch gelacht, wenn nicht einmal ich dazu imstande wäre", brüstet sich der Teufel. "Ich wette, dass ich es schaffe!" "Um was wetten wir?" "Hm", der Leibhaftige überlegt. "Wenn ich es schaffe, in den nächsten drei Tagen aus deinem Weib ein zahmes Lämmchen zu machen, darfst du dein schönes Leben noch viele Jahre genießen - aber dann komme ich und hole mir deine Seele. Wenn ich es allerdings nicht schaffe, was so gut wie unmöglich ist, dann verzichte ich nach deinem Tod auf deine Seele, egal, wie du dein Leben gelebt hast, denn dann hast du bereits auf Erden alle deine Sünden an der Seite dieses Weibes abgebüßt." Der Bogner ist einverstanden, und nahm dem Teufel auch das Versprechen ab, drei Tage nicht nachhause zu gehen.

Am nächsten Morgen erscheint der Teufel in Gestalt von Pergauer bei Ursula, küsst die Schlafende, die ihn sofort anbrüllt, am Ohr packt und in die Küche schleift. Er müsse sofort Feuer machen und Wasser holen. Der Teufel erledigt in Güte alle Arbeiten sie schimpft und flucht und kreischt mit ihm, jeder Versuch ihr liebevoll zu begegnen wird mit Rippenstößen oder Watschen belohnt. Am Ende des Tages geht er mit blauem Aug und schmerzenden Rippen und überlegt, dass er den nächsten Tag dazu verwenden würde, ihr gut ins Gewissen zu reden Am Morgen darauf reißt der Teufel sofort das Wort an sich und gibt der Bognerin gar keine Chance zur Widerrede, wobei er aber immer höflich und korrekt bleibt. Doch Ursula schreit ihn an: "Was glaubst denn, wer'st bist? Meckers die ganze Zeit an mir herum? Ich schufte mich ab für dich und du kannst nur nörgeln, nörgeln, nörgeln ..." Als ihre Wut den Höhepunkt erreicht, reißt sie den Suppentopf vom Herd und gießt dem Teufel die kochende Brühe über den Kopf. Der schreit auf und ergreift die Flucht. Er läuft und läuft, bis ihm die Luft ausgeht. "Zur Hölle mit dem Weib!" flucht er. "Nein!" schreit er sogleich. "Dann hab ich die Alte ja für alle Ewigkeit am Hals! Das schwör ich, zu mir in die Hölle kommt die nie rein. Warte nur, du bissiges Weib, morgen wirst' was erleben!"

Am dritten Tag tritt er vor Ursula in seiner wahren Gestalt hin. Ursula erschrickt. "Ich hab's in Güte versucht und mit Strenge", grollt er. "Aber nichts scheint dich zur Vernunft zu bringen. Jetzt ist meine Geduld zu Ende. Ab jetzt bist du sanft wie ein Lamm, sonst kannst' was erleben!" "Jetzt ist meine Geduld zu Ende" äfft Ursula, die sich sehr rasch wieder gefangen hat, ihn nach. "Du Wabbler drohst mir? Meine Geduld ist jetzt zu Ende!“ Sie packt ihn auch bei den Hörnern und reißt so kräftig daran, dass sie ihm sogar eines abbricht. Der Teufel fährt mit Schwefelgestank aus dem Haus und war nie mehr gesehen. Kaspar Pergauer hat seine Wette zwar gewonnen, doch seine Frau blieb ihm bis ans Lebensende. Er lebt noch lange und büßt an der Seite seines Weibes sogar Sünden ab, die er nie begangen hat. Als er stirbt, kommt er geradewegs in den Himmel.

Die Bognerin kommt nach ihrem Tod ebenfalls nicht in die Hölle. Der Teufel verwehrt ihr strikt den Zutritt. So irrt nun irgendwo ihre ruhelose Seele bis zum heutigen Tag umher.

Die Sage wurde von Franz Karl Ginzkey auch in ein Gedicht gefasst. (siehe Der Bognermeister - von Franz Karl Ginzkey).

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Im 17. Jahrhundert besaß das Haus der Bürgermeister Johann Franz von Wenighoffer, weshalb es dann den Namen „Zum Wenighoffer“ erhielt.



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