Blutgasse

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Blutgasse

Wien 01 Blutgasse a.jpg

Benennung 1563 (Erstnennung: 1368)
Benannt nach dem keltischen "Bluot" (Opfer)
Straßenlänge 118 Meter[1]
Gehzeit 1,4 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Kothgässel, Chergäßlein, Chorgässel, Plutgessel, Milchgasse


Namensgebung und Geschichte

Ihren Namen führt die Gasse bereits seit dem 16. Jahrhundert, der wahre Grund der Namensgebung ist nicht bekannt, es ranken sich jedoch Legenden darum herum.

Es sind auch andere Namen zu finden, so hieß sie zwischen 1368 und 1392 Kothgässel, im 15. Jahrhundert Chergäßlein und später Chorgässel. 1547 taucht zwar erstmals der Name Plutgessel in einem Stadtplan auf, bezeichnet wird damit jedoch die Domgasse.

Geschichten rund um die Blutgasse

Legenden von Templern und Schätzen

Die Legende erzählt, dass zur Zeit der Aufhebung des Templerordens (1312) alle Mitglieder im angrenzenden Fähnrichshof erschlagen worden sein sollen, und das dabei vergossene Blut der Gasse ihren Namen gegeben habe. Dabei sollen in den Kellern des Hauses blutige Templer gesehen worden sein, und es entstand das Gerücht, dass hier auch der große Templerschatz verborgen sei. Einer davon soll das sprechende Haupt Baphomets sein.

Die Geschichte ist von Forschern jedoch als Legende entlarvt worden. Tatsache ist, dass der Tag dieses angeblichen Massakers – nämlich Freitag, der 13. (Oktober) – als Sprichwort für das Unglück an diesem Tag in den Sprachgebrauch eingegangen ist.

Eine andere Legende erzählt, dass im Mittelalter hier Schlachthöfe gewesen seien, das Blut der Tiere sei durch Rinnen auf die Straße geleitet worden, wodurch es die Blutgassse hinabrann. Und es gibt auch eine Geschichte von einer jungen Gräfin, die sich junge Mädchen vom Land bestellte und in deren Blut badete, um damit die ewige Jugend zu konservieren.

Viel wahrscheinlicher ist, dass die Blutgasse ihren Namen vom keltischen Wort BLUOT – auf Deutsch „Opfer“ erhalten hat, da hier eine heidnische Opferstätte gewesen sein soll.

Kothgässel und mittelalterliche Klos

Dass die Gasse im 14. Jahrhundert den unschönen Namen Kothgässel hatte, rührt daher, dass die mittelalterlichen Toiletten Wiens vorwiegend Klogruben waren, die in den Innenhöfen der Häuser angelegt waren. Dazu grub man zwei – bis zu 8 Meter Tiefe – Gruben nebeneinander aus und überdeckte sie mit einem Querbalken (Donnerbalken) oder einem Toilettensitz. War eine Grube voll, konnte man sie dekompostieren und inzwischen die andere verwenden.

Ab dem 13. Jahrhundert umgab man dann den Toilettensitz mit geschlossenen Wänden, damit war ein kleines Haus entstanden, das die Wiener Mundart als Häusl bezeichnet(e).

Drehort

Die Blutgasse ist im Film „Mein Kampf“ – nach George Tabori – ein Schauplatz, da hier laut Film bzw. Stück das Männerasyl stand, in dem Hitler 1910 gewohnt hatte.

Die Häuser der Gasse



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at