Canovagasse 4

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Grund-Information
Musikverein.jpg

Musikverein

Aliasadressen =Canovagasse 4, =Bösendorferstraße 12, =Karlsplatz 6, =Musikvereinsplatz 1
Ehem. Konskriptionsnummer 602
Baujahr 1867 / Umbau: 1911
Architekt Theophil Hansen / Umbau: Ludwig Richter


Der Musikverein - Architektur und Geschichte

Das Haus der Gesellschaft für Musikfreunde wurde als Konzerthaus, Konservatorium und Vereinshaus erbaut. Das Gebäude im Stil der hellenistischen Renaissance ist von mehreren Figuren geschmückt: Am Mittelbau wurden diese von Franz Melnitzky erschaffen, von dem auch die Skulpturen in der Loggia stammen, die Figuren berühmter Musiker in den Nischen an der Hauptfront stammen von Vinzenz Pilz. Eigentlich waren auch Figurengruppen in den Giebeln des Mittelhauses vorgesehen, die durch die Tonwarenfabrik Drasche fertiggestellt werden sollten. Durch einen Brand in der Fabrik knapp vor deren Lieferung wurden diese Skulpturen jedoch zerstört und nicht mehr wiederhergestellt.

Auch die Innenausstattung ist prächtig: Eine Prunktreppe führt vom Foyer in den „Goldenen Saal“ mit einem Deckengemälde von August Eisenmenger („Apollo und due neun Musen“). In den Seitenflügel sind zwei kleinere Konzertsäle untergebracht: Der Brahmssaal mit einer Brahmsbüste von Arthur Trebst von 1897 und der Kammersaal.

Turbulenzen am Premieren-Abend

Das erste Konzert fand am 6.Jänner 1870 im großen Konzertsaal statt, beim ersten Konzert im Brahmssaal am 19.1.1870, bei dem Clara Schumann auftrat, brach in der Garderobe ein Brand aus. Der Architekt Hansen, der zufällig auch anwesend war, beteiligte sich an den Löscharbeiten, es konnte Schlimmeres verhindert werden.

Die Erweiterung

2004 wurde der Musikverein nach unten hin erweitert: Der Architekt Wilhelm Holzbauer gestaltete um 30 Millionen Euro vier neue Veranstaltungssäle, die 16 Meter unter dem Straßenniveau liegen. Die vier Säle sind nach den darin dominierenden Materialien benannt: der Gläserne Saal (von Frank Stronach gesponsert, und damit auch als Magna-Auditorium bezeichnet), der Metallene, Steinerne und Hölzerne Saal. Heute finden im Musikverein Konzerte der Philharmoniker, an der Spitze das Neujahrskonzert, statt. Die Musikfreunde bewahren hier ihre Sammlungen zur Geschichte der Musik, wie Noten, Autographen und eine wertvolle Bibliothek auf.

Unter dem Musikverein – unterirdische Musikwelten

Der Musikvereinssaal benötigte dringend weitere Räume, ohne dass dabei das Bauwerk von Hansen verändert werden sollte. So entschloss man sich, den Raum unter dem Gebäude zu nutzen. Die nicht so einfache Lösung, in dem unterirdischen Gewirr von Kanälen, der Streckenführung der U2 und den Entlüftungsschächten die Proberäume unterzubringen, fand der Architekt Wilhelm Holzbauer.

Ursprünglicher Plan war, einen Saal unter dem Platz zwischen Künstlerhaus und Musikverein zu implementieren, da die Raumnöte jedoch größer wurden, dehnte man den Plan aus: geschaffen wurden nun ein großer Saal und drei kleinere, die für Proben, Veranstaltungen und Aufführungen genutzt werden können. Der große Saal sollte akustisch exakt die Tonqualität aufweisen, wie der Goldene Saal des Musikvereins, er wurde daher gleich groß geplant, einziger Unterschied ist die Tiefe des Saales, die nicht erreicht werden konnte.

Kompensiert wurde das durch eine gebogene Glasplatte mit Blattgoldbelag, die den Raumklang genauso herstellte, wie er im Original als Vorbild diente. Die kleinen Säle wurden in einem jeweils anderen Material gestaltet, dementsprechend lauten auch ihre Namen: Metallener, Steinerner und Hölzerner Saal. Auffällig ist besonders der Metallene Saal. Er ist in dunklem Stahl gehalten, hier dominiert ein schwarzer Noppenboden und gelochte Wandbleche, er kann auch als Diskothek genutzt werden.

Über dem Tunnel der U2 wurde außerdem ein großer Archivbereich gebaut, hier lagern Noten und Instrumente des Bestandes des Musikvereins unter klimatisch perfekten Bedingungen. Um das zu erreichen, wurden die Betonwände mit einer Backsteinschicht ummantelt.



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