Alraune

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THEMA: Die Alraune - Oder auch: Das Alraunchen was ist hier zu finden
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Die Pflanze, die als "Alraune" bekannt ist, ist eigentlich ein giftiges Heilkraut der Pflanzengattung Mandragora. Ihr werden schon seit dem Mittelalter besondere Kräfte nachgesagt, sie gilt daher auch als Ritual- oder Zauberpflanze.


Das Alraunchen

Die Gemeine Alraune

Die Wirkung der Gemeinen Alraune war schon im vierten Jahrhundert vor Christus bekannt, der Grieche Theofrastos beschrieb die blauen Blüten und gelben Beeren. Außer den Früchten sind alle Teile der Pflanze stark giftig,

In Wien sagte man über Menschen, die Geld hatten, aber die Quelle unbekannt war, "er hat ein Alräunchen". Die Pflanze hatte also auch hier Bedeutung - sie hatte dem Glauben nach Einfluss auf das Glück oder Unglück eines Menschen. Die Wurzel dieser Pflanze hatte meist die Form einer Frau und wurde von Hexen und Zauberern auch so eingekleidet. Diese Figur ähnlich einer Voodoo-Puppe wurde sorgsam versteckt und herausgenommen, wenn ein Problem zu lösen war.

Aberglaube zum Alräunchen

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Im Glauben der Wiener wuchs die Alraune an der Stelle, an der der Harn eines unschuldig Gehängten auftraf. Hatte man also diesen Harn eingesammelt und so eine Pflanze gezüchtet, durfte man diese bei Reife nicht aus der Erde reißen. Man glaubte nämlich, dass die Wurzel dann jämmerlich schreien würde, an diesem Geschrei würde man sterben. Wollte man die Wurzel also haben, sollte man sich die Ohren mit Wachs zustopfen und nicht selbst tätig sein, sondern die Pflanze an den Schwanz eines Hundes anbinden, der die Wurzel - angelockt durch ein Stück Fleisch - herausziehen würde.

Hatte man die wertvolle Wurzel schließlich, solle man sie mit rotem Wein abwaschen, in weißes oder rotes Tuch wickeln und in einem Kästchen aufbewahren, dem man sie nur an Freitagen zum Bad - oder bei Neumond zum Ankleiden - entnehmen durfte. Als Dank beschützten die Alraunen ihre Besitzer, als besonders heilkräftig galt das Badewasser. Legte man ein Stück Geld über Nacht zur Alraune, so wurde es verdoppelt, damit verarmte sein Besitzer auch nie - allerdings durfte man das Alraunchen nicht überanstrengen, mehr als ein halber Taler durfte ihm zur Vermehrung nicht gegeben werden.

Dieser Aberglauben führte schließlich dazu, dass Betrüger aus Zaunrüben Alraunenwürzeln schnitzten und sie an die Bevölkerung um teures Geld verkaufte.

Durch die ihr nachgesagten Kräfte wurde die Alraune schließlich in Wien auch zum Synonym für Hexen. [1]



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Quellen

  1. A. Realis: Curiositaten und Memorabilien-Lexicon von Wien, I. Band, Anton Köhler Verlag, Wien, 1846. S. 34f.